Aktionsplan zur Beschleunigung des Ausbaus der Stromnetze

Strom

Damit die Energiewende gelingt, muss der Ausbau neuer Stromleitungen deutlich schneller vorankommen als bisher. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur sind von erforderlichen 7.700 Kilometern beim Netzausbau im Zuge der Energiewende derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Bundeswirtschaftsminister Altmaier will den Ausbau nun deutlich beschleunigen und hat dazu am 14.08.2018 bei der Bundesnetzagentur in Bonn den „Aktionsplan Stromnetz“ vorgestellt. Der „Aktionsplan Stromnetz“ verfolgt eine Doppelstrategie: Der Netzausbau wird durch besseres Controlling und die Vereinfachung von Planungsverfahren beschleunigt. Gleichzeitig werden mit neuen Technologien und Betriebskonzepten die Bestandsnetze optimiert. So können beispielsweise Leiterseile eingesetzt werden, die höhere Temperaturen und Ströme aushalten, oder auch spezielle Transformatoren, die den Strom auf noch freie Leitungen umlenken. Zum besseren Controlling sollen sich alle Akteure, Netzbetreiber wie auch Planungsbehörden, Länder und die Bundesnetzagentur, verständigen, wie Hindernisse beim Netzausbau zu überwinden sind. Das soll durch Zielvereinbarungen erfolgen, die klar definieren, wer was bis wann macht. Mit der Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes werden die Planungsverfahren vereinfacht und die Verfahren beschleunigt, zum Beispiel über Anzeigeverfahren für kleine Netzverstärkungsmaßnahmen oder ein Verzicht auf die Bundesfachplanung dort, wo eine vorhandene Trasse genutzt wird. Die Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes wird im Herbst 2018 vorgelegt.

Der „Aktionsplan Stromnetz“ kann auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums www.bmwi.de eingesehen werden.

Anmerkung:

Aus kommunaler Sicht ist die energiepolitische Agenda des Bundeswirtschaftsministers zu begrüßen. Um das Ziel, die Kosten für die Abregelung von erneuerbaren Energien zu senken und somit zur Bezahlbarkeit der Energiewende beizutragen, zu erreichen, ist es neben einem verstärkten Ausbau der Übertragungsnetze erforderlich, den Fokus noch stärker auf die Ertüchtigung der Verteilernetze zu legen. Hier enthält der Aktionsplan Netzausbau zwar einige Ansätze, die gleichwohl nicht der Bedeutung der Verteilernetze für die Energiewende gerecht werden. Die Verteilnetzbetreiber sind heute schon im starken Maße Systemmanager und sorgen für die Integration der dezentralen EE-Anlagen. Die Rolle der Verteilnetzbetreiber wird dabei durch den Anstieg bei Elektromobilität, Stromnutzung im Wärmebereich und verschiedenen Mieterstrommodellen noch mehr an Bedeutung gewinnen, daher sind beim Netzausbau auch immer die lokalen Netze mitzudenken um die Energiewende zukunftsfest zu gestalten.