Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu den Folgen zunehmender Gewässerverunreinigungen für die Trinkwasserversorgung

wasser

Nach derzeitigem Erkenntnisstand bestehen jetzt und absehbar keine flächendeckenden Gefährdungen des Trinkwassers. Das geht aus einer von der Bundesregierung am 22.01.2019 vorgelegten Antwort (BT-Drs. 19/7007) auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Der Antwort zufolge liegen keine Daten vor, die auf regionale Engpässe bei der Trinkwasserversorgung in Deutschland im von Trockenheit geprägten Jahr 2018 hindeuten. Bis zum Jahr 2050 sei aber in Deutschland ein Trend zur Abnahme der Grundwasserneubildung zu erwarten, so die Bundesregierung unter Bezug auf Angaben der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA).

Regionale Unterschiede kompensierbar

Regional seien die Grundwasserbildungsraten sehr unterschiedlich, so dass sich lokal keine detaillierten Vorhersagen ableiten ließen. Laut dem Climate Service Center Germany seien lokale Regionen in ländlichen Räumen, in Mittelgebirgsregionen sowie Regionen mit dezentralen Wasserversorgungsstrukturen am meisten anfällig gegenüber länger andauernden Trockenperioden, da dort der Trinkwasserversorgung im Regelfall nur eine Art der Wasserressource zur Verfügung stehe. Regionale Engpässe sind damit der Bundesregierung zufolge unter ungünstigen Randbedingungen nicht auszuschließen, könnten aber durch entsprechende Maßnahmen kompensiert werden.

Keine übergreifenden Aussagen möglich

Grundsätzliche potentielle Gefahren für die Trinkwasserversorgung stellten klimatische Veränderungen sowie Stoffe wie Pestizide, Medikamentenrückstände, multiresistente Keime, Nitrat, Sulfat und Mikroplastik dar. Darüber hinaus seien derzeit keine relevanten potentiellen Gefahren für die Trinkwasserversorgung zu erkennen. Die Summenwirkungen wasserbelastender Stoffe, sogenannte Cocktaileffekte, könnten je nach chemischer Zusammenwirkung von sehr unterschiedlicher Natur und Relevanz sein, so dass hierzu keine übergreifenden Aussagen getroffen werden könnten.

Die Antwort der Bundesregierung in der BT-Drs. 19/7007 findet sich unter:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/070/1907007.pdf

Anmerkung:

Die Antwort der Bundesregierung macht deutlich, dass es (regional verschieden) Handlungsbedarf gibt. Deshalb sei an dieser Stelle auf den Weltwassertag am 22. März 2019 verwiesen die auch vor dem Hintergrund der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Gewässerbewirtschaftung durchgeführt wird. Wichtig zu erwähnen ist vor diesem Hintergrund auch der „Nationale Wasserdialog“ der vom Bundesumweltministerium im Oktober 2018 ins Leben gerufen wurde. Die kommunalen Spitzenverbände werden sich an diesem Dialog aktiv beteiligen.