Neue Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts zum Auftreten der Geflügelpest in Deutschland (Stand: 10. Januar 2022

RS-Nr. 038/2022-Neue Risikoeinschätzung_Geflügelpest

Seit Oktober 2021 ist in Deutschland sowohl die Zahl an Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln als auch bei Geflügel und gehaltenen Vögeln stark angestiegen. Aus anderen europäischen Ländern werden teils besorgniserregende Geschehen gemeldet. Angesichts dessen bewertet das Friedrich-Loeffler-Institut nunmehr nicht nur das Aus- und Weiterverbreitungsrisiko bei Wildvögeln sowie das Eintragsrisiko in Geflügelhaltungen, sondern auch das Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen als hoch ein. Ergänzend empfohlen werden deshalb insbesondere weitere Biosicherheitsmaßnahmen und eine verstärkte Aufmerksamkeit und Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen beim innergemeinschaftlichen Verbringen von Geflügel.

Der Risikoeinschätzung zufolge sind in Deutschland im Zeitraum zwischen Anfang Oktober 2021 und Anfang Januar 2022 540 infizierte Wildvögel gemeldet worden. Mindestens zwölf Bundesländer sind mittlerweile betroffen. Nachdem Ende Oktober 2021 der erste Ausbruch bei gehaltenen Vögeln festgestellt wurde, sind nunmehr insgesamt 51 Ausbrüche bei Geflügel einschließlich gehaltenen Vögeln gemeldet worden. Nachgewiesen wurde jeweils der HPAIV-Subtyp H5N1.

Da eine Einflussnahme auf die Infektionen in Wildvogelpopulationen nicht möglich ist, hat der Schutz des Geflügels vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung der Infektionen nach wie vor oberste Priorität. In diesem Zusammenhang spricht das LFI weitere Empfehlungen aus und teilt diese nunmehr in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Empfehlungen ein.