Gewerbesteueraufkommen im 1. Quartal 2018; Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden sind beachtlich

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Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt hat mit Pressemitteilung 153/2018 vom 26.06.2018 über die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen in Sachsen-Anhalt informiert. Diese beliefen sich im 1. Quartal 2018 auf fast 224 Mio. Euro. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum 2017 ist dies eine Anstieg um 42 Mio. Euro bzw. 23 %. Der Großteil der Kommunen profitierte von den Mehreinnahmen. In 127 Gemeinden (58 %) stiegen im 1. Quartal 2018 die Einnahmen aus der Gewerbesteuer gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Mit knapp 46 Mio. Euro wurde rund ein Fünftel (21 %) der Einzahlungen an Gewerbesteuer in den kreisfreien Städten erzielt. Alle 3 kreisfreien Städte gehörten im 1. Quartal 2018 zu den Gewinnern gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Landeshauptstadt Magdeburg nahm ca. 25 Mio. Euro (+ 2 Mio. Euro bzw. + 8 %) ein. Die einwohnermäßig gleich große Stadt Halle (Saale) verbuchte gut 13 Mio. Euro. Das bedeutete eine Erhöhung um 11 % gegenüber dem Vorjahr, in dem ca. 12 Mio. Euro eingenommen wurden. Die Stadt Dessau-Roßlau erzielte über 7 Mio. Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Ebenso erhebliche Unterschiede zeigen die Berechnungen je Einwohner. Im Durchschnitt kamen auf jeden Einwohner einer kreisfreien Stadt im Land Sachsen-Anhalt 82,13 Euro. Pro Kopf nahm Magdeburg 104,61 Euro und Dessau-Roßlau 90,88 Euro ein. Die Stadt Halle (Saale) erzielte mit 56,57 Euro je Einwohner deutlich geringere Einnahmen aus Gewerbesteuer.

Die kreisangehörigen Gemeinden verzeichneten im 1. Quartal 2018 Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von knapp 178 Mio. Euro. Die regionalen Unterschiede waren auch hier beachtlich. 2 Gemeinden verbuchten mehr als ein Viertel (29 %) der Einnahmen. Das waren die Stadt Lützen im Burgenlandkreis mit 34 Mio. Euro (+ 32 Mio. Euro 1. Q. 2017) und die Stadt Leuna im Saalekreis mit 17 Mio. Euro (- 10 Mio. Euro 1. Q. 2017). In 5 Gemeinden überstiegen die Auszahlungen für Erstattungen an Gewerbesteuer aus Vorjahren die Einzahlungen. Je Einwohner wurden in den kreisangehörigen Gemeinden im 1. Quartal 2018 durchschnittlich 106,46 EUR Gewerbesteuer eingenommen.

Die Pressemitteilung nimmt zudem eine Betrachtung der Gewerbesteuer seit dem 1. Quartal 2009 vor. 2009 nahmen die Kommunen in den ersten 3 Monaten 124 Mio. Euro Gewerbesteuer ein. Demnach stiegen die Gewerbesteuereinnahmen in den letzten 9 Jahren um rund 100 Mio. Euro an.

Das Statistische Landesamt verweist auf den Statistischen Bericht „Einzahlungen und Auszahlungen; Schuldenstände; Kassenstatistik 01.01.2018 - 31.03.2018; Schuldenstatistik 31.03.2018“. Dieser enthält detaillierte Angaben der Kernhaushalte der Kommunen zu den Zahlungsvorgängen im 1. Quartal 2018 und den Verbindlichkeiten am 31.03.2018.

Der Bericht kann auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes unter www.statistik.sachsen-anhalt.de unter der Rubrik Veröffentlichungen / Statistische Berichte / öffentliche Finanzen, Personal, Steuern / Gemeindefinanzen / Kassenstatistik – Ein- und Auszahlungen abgerufen werden. Hier findet man auch die vierteljährlichen Auswertungen für das zurückliegende Jahr 2017 und die jährlichen Kassenstatistiken rückwirkend bis 2010.

Anmerkung:

Mehrfach hat der SGSA u. a. auch im Zusammenhang mit dem aufgabenbezogenen FAG die Thematik der Ungleichverteilung der Gewerbesteuereinnahmen thematisiert. So ist bei solch gravierenden Unterschieden im Aufkommen der Gemeinden die Frage berechtigt, ob tatsächlich sämtliche Gewerbesteuereinahmen bedarfsmindernd gegengerechnet werden dürfen.