Veröffentlichung des Bildungsfinanzberichts 2025
Am 11.12.2025 hat das Statistische Bundesamt seinen alljährlichen Bildungsfinanzbericht vorgestellt. Im Jahr 2023 beliefen sich die Gesamtausgaben in den Bereichen Bildung, Forschung und Wissenschaft auf 398,0 Mrd. Euro (+ 6,5 Prozent). Davon entfielen nach vorläufigen Berechnungen auf das Bildungsbudget von Bund, Ländern, Gemeinden sowie privaten Akteuren 282,8 Mrd. Euro (+ 5,7 Prozent). Den größten Anteil des Bildungsbudgets machten 2023 mit 231,0 Mrd. Euro die Ausgaben für formale Bildungseinrichtungen wie Kitas, Schulen, berufliche Bildung und Hochschulen aus.
Für die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden liegen bereits die Zahlen für das Jahr 2024 vor, hier waren es 198,4 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist dies ein Anstieg um 57,8 Prozent (2015 125,7 Mrd. Euro). Die Ausgaben für die Kindertagesbetreuung haben sich in diesem Zeitraum verdoppelt.
In einer Betrachtung nach Körperschaftsgruppen entfielen auf den Bund 11,4 Mrd. Euro (5,7 Prozent), auf die Länder 134,8 Mrd. Euro (67,9 Prozent) und auf die Gemeinden 52,2 Mrd. Euro (26,3 Prozent). Für 2025 sehen die Haushaltspläne der öffentlichen Haushalte weitere Ausgabensteigerungen auf insgesamt 205,7 Mrd. Euro vor. Etwa die Hälfte der Mittel entfällt auf Schulen, ein weiteres Viertel auf die Kindertagesbetreuung. Die öffentlichen Bildungsausgaben je Einwohnerin und Einwohner unter 30 Jahren lagen 2024 bei 7.959 Euro – was einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren bedeutet.
Auf Gemeindeebene lässt sich im Vorjahresvergleich ein Ausgabenanstieg um nominal 5 Mrd. Euro (+ 10 Prozent) auf insgesamt 52 Mrd. Euro beobachten (real: + 2,5 Mrd. Euro bzw. 7 Prozent). Die Gemeinden verwendeten mit 25 Mrd. Euro (49 Prozent) knapp die Hälfte ihrer Gesamtausgaben im Bildungsbereich für die Kindertagesbetreuung. Weitere 21 Mrd. Euro (41 Prozent) wurden im Schulbereich ausgegeben. Für die Förderung von Bildungsteilnehmerinnen und Bildungsteilnehmern wurden 3 Mrd. Euro (5 Prozent) aufgebracht und für die Jugend- und Jugendverbandsarbeit 2 Mrd. Euro (4 Prozent).
Weiterführende Informationen lassen sich auf der Website des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsfinanzen-Ausbildungsfoerderung/Publikationen/_publikationen-innen-bildungsfinanzbericht.html finden.
Anmerkung:
Die Bildungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind im Jahr 2024 auf rund 198 Mrd. Euro angestiegen. Hiervon entfielen 52 Mrd. Euro auf die kommunale Ebene. Der aktuelle Bildungsfinanzbericht unterstreicht nochmals die erhöhte Ausgabendynamik auf der kommunalen Ebene. Die Schaffung nicht ansatzweise ausreichend gegenfinanzierter Rechtsansprüche hat mit zur massiven strukturellen Unterfinanzierung der kommunalen Ebene beigetragen. Es braucht eine echte Konnexität, die Standardanpassungen, neue Rechtsansprüche aber auch landesseitig festgelegte Beitragsfreiheit auskömmlich gegenfinanziert.
Die Ergebnisse des Bildungsfinanzberichts 2025 bestätigen erneut den hohen Stellenwert der Bildung und macht zugleich die wachsende finanzielle Belastung der Kommunen sichtbar. Mit über einem Viertel der öffentlichen Bildungsausgaben tragen Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden eine zentrale Verantwortung – insbesondere für Kitas, Schulen und Angebote der Jugendhilfe. Die dynamische Ausgabenentwicklung, vor allem im Bereich der frühkindlichen Bildung, erfordert eine dauerhaft verlässliche und auskömmliche Finanzierung.
Zusätzliche Aufgaben und qualitative Verbesserungen dürfen nicht einseitig zulasten der kommunalen Haushalte gehen. Allein Förderprogramme zur Errichtung der Betreuungsinfrastruktur sind nicht ausreichend. Die von den Ländern und dem Bund nicht ausreichend finanzierte Bespielung der Betreuungsinfrastruktur hat mit zu dem massiven strukturellen Defizit der kommunalen Ebene von in diesem Jahr knapp über 30 Mrd. Euro beigetragen.
Bund und Länder sind gefordert, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Kommunen stärker finanziell zu entlasten. Nur so können Bildungsangebote flächendeckend gesichert, weiterentwickelt und an neue gesellschaftliche Anforderungen angepasst werden. Bildung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe – ihre Finanzierung muss diesem Anspruch dauerhaft entsprechen.









