Gemeinsamer Jahresbericht 2025 von IT-Planungsrat und Föderaler IT-Kooperation
Im April wurde der gemeinsame Jahresbericht für 2025 vom IT-Planungsrat und der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) veröffentlicht. Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr enthält der Bericht auch einen Ausblick auf 2026 und beleuchtet die zentralen Entwicklungen, Beschlüsse und Fortschritte in den Bereichen Strategie, Organisation, Produkte, Projekte und Standards.
Über den deutschen IT-Planungsrat
Der deutsche IT-Planungsrat unterstützt als politisches Steuerungsgremium die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Fragen der Informationstechnik und der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Er fördert nutzungsorientierte elektronische Verwaltungsdienste und wirkt auf einen wirtschaftlichen, effizienten und sicheren IT-Betrieb der Verwaltung hin.
Über die FITKO
Die FITKO bildet den operativen Unterbau des IT-Planungsrats. Sie wurde nach Inkrafttreten der Änderung des IT-Staatsvertrages (Oktober 2019) am 01.01.2020 als eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts in Trägerschaft aller Länder und des Bundes errichtet. Mit Sitz in Frankfurt am Main bündelt die FITKO die nötigen Ressourcen und Kompetenzen unter einem Dach, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Auftrag des IT-Planungsrats zielgerichtet zu koordinieren und voranzutreiben.
Zentrale Beschlüsse des IT-Planungsrat
Föderale Digitalstrategie (Beschluss 2025/02, 2025/22)
Die Föderale Digitalstrategie für die Verwaltung des IT-Planungsrats ist ein Instrument, um die Verwaltung zukunftsfähig zu machen und die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen bei der Verwaltungsdigitalisierung effizienter zu gestalten. Ziel ist es, das Motto des IT-Planungsrats „Gemeinsam wirksam“ in die Praxis zu überführen. Ein Zukunftsbild der Verwaltung sowie Leitlinien leisten dabei einen wichtigen Beitrag, den Erwartungen von Bürger und Bürgerinnen, Unternehmen, Mitarbeitenden der Verwaltung und politischen Entscheidern gerecht zu werden: die Verwaltung als effiziente Dienstleisterin und Arbeitgeberin für ein modernes Deutschland. Bereits im November 2023 wurde die Erstellung der föderalen Digitalstrategie initiiert.
Ein Meilenstein für den IT-Planungsrat war 2025 die Einführung der strategischen Portfoliosteuerung als dritten Teil der föderalen Digitalstrategie. Die strategische Portfoliosteuerung bildet einen verbindlichen Umsetzungsrahmen, der sicherstellt, dass föderale Digitalisierungsvorhaben auf gemeinsame strategische Ziele einzahlen. In einem ersten Antragsprozess wurden 27 erste Umsetzungsvorhaben zur Föderalen Digitalstrategie freigegeben. Insgesamt bewertete die FITKO rund 70 Anträge mit einem Förderbedarf von 75 Mio. Euro; der IT-Planungsrat genehmigte Projekte mit einem Gesamtvolumen von 15 Mio. Euro.
Deutsche Verwaltungscloud (DVC) (Beschluss 2025/07, 2025,15)
Die DVC hat ihre Pilotphase erfolgreich abgeschlossen und ist seit dem 01.04.2025 Produkt des IT-Planungsrats. Mit dem Cloud-Service-Portal erhalten Entscheidungsträger aus der Verwaltung eine Übersicht über nutzbare Cloud-Infrastrukturen und -Dienste. Mittlerweile bildet das Cloud-Service-Portal die technische Grundlage für den Marktplatz Deutschland Digital, welcher im März 2026 den Produktivbetrieb gestartet hat.
Nationales-Once-Only-Prinzip (NOOTS) (Beschluss 2025/13)
Mit dem Nationalen-Once-Only-Technical-System schaffen Bund und Länder die Grundlage für ein einheitliches, flächendeckendes IT-System, das den Datenaustausch zwischen allen öffentlichen Stellen künftig automatisiert. Seit dem 3. Quartal 2025 liegen die Gesamtleitung und die Geschäftsstelle NOOTS sowie die fachlich koordinierenden Aufgaben bei der FITKO, während das Bundesverwaltungsamt (BVA) die stellvertretende Gesamtleitung und die Betriebsverantwortung übernimmt. Durch die frühzeitige Überführung in dauerhafte Verantwortlichkeiten bei der FITKO und dem BVA bleibt die Steuerungsfähigkeit stabil – ohne operative Unterbrechung. Dabei wurden handfeste Ergebnisse wie das Minimum Viable Product (MVP) als Testinstanz des NOOTS oder auch die Innovationsprobe für Register-as-a-Service-Verfahren realisiert.
Einheitliche Postinfrastruktur für Deutschland (Beschluss 2025/28)
Der IT-Planungsrat hat den Weg frei gemacht für eine einheitliche Postfach- und Kommunikationsinfrastruktur – ein Kernbaustein der Deutschlandarchitektur. Der von der FITKO, Hamburg und Sachsen-Anhalt entwickelte Zwischenstand einer Zielarchitektur „ZaPuK“ schafft erstmals einen gemeinsamen Rahmen für Postfachlösungen von Bund, Ländern und Kommunen. Sie soll ein durchgängiges, medienbruchfreies Nutzendenerlebnis ermöglichen – mit jeweils einem zentralen Zugang für Bürger und Bürgerinnen, Unternehmen und Behörden.
Ausblick 2026
Den Vorsitz im IT-Planungsrat übernehmen im jährlichen Wechsel der Bund und die Länder. Das Vorsitzjahr 2026 des Bundes soll im Zeichen der weiteren Verzahnung von Digitalisierung und Staatsmodernisierung stehen. Im Fokus stehen die weitere Ausgestaltung der Portfoliosteuerung des IT-Planungsrats sowie des Deutschland-Stacks des Bundes als souveräne Plattform für Leistungen und Bausteine einer geschlossenen föderalen Prozesskette. Zudem soll die Umsetzung des Once-Only-Prinzips über das NOOTS weiter vorangetrieben werden. Ziel bleibt eine moderne, handlungsfähige und nutzendenfreundliche Verwaltung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltung.
Anmerkung:
Der IT-Planungsrat ist ein zentrales Gremium für die strategische Weiterentwicklung der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen ist daher aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung.
Zugleich sollte berücksichtigt werden, dass die Umsetzung der Beschlüsse und Vorhaben des IT-Planungsrats in vielen Fällen maßgeblich durch die kommunale Welt erfolgt. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, kommunale Belange frühzeitig in die Diskussionen einzubeziehen sowie geplante Maßnahmen transparent zu kommunizieren und gemeinsam zu erörtern. Darüber hinaus sollte sichergestellt werden, dass die mit der Umsetzung verbundenen finanziellen und personellen Aufwände angemessen berücksichtigt und auskömmlich finanziert werden.
Weitere Informationen:
Der IT-Planungsrat tagt üblicherweise drei Mal jährlich. Die nächste Sitzung findet am 17.06.2026 statt. Wir werden wie gewohnt über die Ergebnisse entsprechend berichten. Weitere Informationen zum Jahresbericht 2025 sowie die Möglichkeit zum Download des vollständigen Dokuments finden Sie unter: www.it-planungsrat.de/aktuelles/details/gemeinsamer-jahresbericht-2025-2026-von-it-planungsrat-und-fitko-veroeffentlicht









