Crowdfunding in der kommunalen Wirtschaft

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Kommunale Unternehmen gelten in der Bevölkerung als zuverlässige Sponsoren für vielerlei Arten von sozialen, gemeinnützigen und kulturellen Projekten in ihrem Einzugsgebiet. Die steigende Anzahl an Anfragen nach Spenden bzw. Sponsorings führt jedoch die Unternehmen häufig an die Grenzen ihres Budgets. Durch Crowdfunding, also eine Gruppenfinanzierung, lassen sich mehr Projekte ermöglichen, da eine größere Anzahl an Geldgebern zur Verfügung steht.

Der VKU betreibt seit Mai 2017 eine eigene Crowdfunding-Plattform. Crowdfunding ist eine innovative, digitale Form der Finanzierung („funding“) durch eine Menge („Crowd“). Eine Projektgruppe sucht sich finanzielle Unterstützer für ihr Vorhaben. Diese kommen in der Regel nicht aus dem klassischen Finanzmarkt. Vielmehr werden Privatpersonen, private Unternehmen, Verbände etc. zu Unterstützern. Beim privaten Crowdfunding erhalten diese Privatpersonen in der Regel Zinsen.

Die Plattform des VKU verfolgt das Ziel, es kommunalen Unternehmen künftig zu ermöglichen, mehr Projekte als bisher für Kultur, Kunst, Soziales, Bildung, Umwelt und Sport in ihren Regionen finanziell zu fördern. Die Anzahl der Förderer wird erhöht, neue treten hinzu. Häufig entstehen durch die Zusammenführung auch neue Ideen. Förderer sollen dabei nicht nur Unternehmen, sondern auch Bürger sein, die einen Teil in den Finanzierungstopf zugeben.

Ein weiterer Vorteil beim kommunalen Crowdfunding ist auch, dass die Spendenvergabe transparent bleibt und digital erfolgt. Hintergrund ist, dass der VKU-Verlag mit der fairpaid GmbH, einem führenden Anbieter von Crowdfunding-Plattformen und Full-Service-Projektberatung, eine White-Label-Plattform für die VKU-Mitgliederunternehmen entwickelt hat. Das bedeutet, dass durch die Plattform für ein konkretes Projekt ein Vielfaches vom eingesetzten eigenen Gesamtvolumen generiert und gleichzeitig der interne Aufwand für Sponsoring- und Spendenanfragen durch digitale Prozesse reduziert werden kann. Auch können die kommunalen Unternehmen mit geringem Aufwand ihr lokales Image pflegen, wertvolle Entwicklungen in der Region unterstützen und das projektbezogene Ehrenamt stärken.

Seitdem die Plattform Online ist, wurden bereits über 117 Projekte mit mehr als 500.000 Euro erfolgreich finanziert. Aktuell nehmen 12 Versorger an dem transparenten Sponsoring des VKU-Verlags teil. Beispielsweise konnte bei den Stadtwerken Menden Geld für ein Mini-Einsatzfahrzeug für die Mädchen und Jungs der Kinderfeuerwehr gesammelt werden. In Leipzig kamen über das Crowdfunding mehr als 100.000 Euro zusammen, um für den FC Lokomotive Leipzig e. V. einen neuen Kunstrasen auf dem Fußballfeld anzuschaffen. Aktuell sammelt der Zweckverband Ostholstein Geld für sein erstes Vorhaben: Binnen 28 Tagen sollen für den DRK-Süsel 3.000 Euro zusammenkommen, um den Carport für das neu angeschaffte Einsatzfahrzeug zu finanzieren.

Weitere Informationen zum kommunalen Crowdfunding, zu aktuelle Projekte sowie zum VKU-Verlag sind unter https://kommunales-crowdfunding.de abrufbar.

Anmerkung:

Deutschlands Stärke ist das Ehrenamt, insbesondere auch in den Kommunen. 30 Millionen Menschen sind ehrenamtlich aktiv. Von der Feuerwehr über die Flüchtlingshilfe bis hin zur Tafel – ohne das Ehrenamt würde unser Staatswesen nicht funktionieren. Ehrenamt kostet aber auch Geld. Der VKU-Verlag hat mit seiner Plattform einen zeitgemäßen Weg gefunden, viele kommunale Projekte am Leben zu erhalten und stärker zu fördern. Diese Art der Förderung trifft auch den Nerv der Zeit. Denn nie zuvor war es den Menschen so wichtig, sich konkret an Projekten vor Ort zu beteiligen, ohne dauerhaft gebunden zu sein. Die Plattform bietet nicht nur die Chance, Finanzierungslücken zu schließen, vielmehr dürfte die Plattform das Interesse wecken, sich für ein Projekt ehrenamtlich zu engagieren, welches bereits finanziell unterstützt wurde. Derartige Finanzierungsmodelle unter Einbeziehung von Privatpersonen, privaten Unternehmen etc. dürften den Kommunen große Möglichkeiten bieten, die Durchführung ihrer Aufgaben auch in den Randbereichen zu erleichtern. Insofern schließt das Crowdfunding eventuell auch Lücken, in denen finanziellen Mittel der Selbstverwaltung nicht oder nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen.