Öffentliche Verschuldung im 1. Halbjahr 2019

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Am 24. September 2019 hat das Statistische Bundesamt die Zahlen zum vorläufigen Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) zum Ende des ersten Halbjahres 2019 veröffentlicht. Zum Stichtag 30. Juni 2019 lag die Gesamtverschuldung beim nicht-öffentlichen Bereich bei 1.919,2 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Rückgang um 0,8 Prozent (-15,4 Mrd. €) und im Vergleich zum Jahresende 2018 einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent (+2,5 Mrd. €) entspricht. Auf den Bund entfielen rund 1.211,3 Mrd. Euro, was gegenüber dem Jahresende 2018 einem Rückgang um 0,2 Prozent entspricht (-2 Mrd. €). Die Verschuldung der Länder stieg leicht an (um -1,2 % bzw. -6,9 Mrd. €) und belief sich zum 30. Juni 2019 auf 577,5 Mrd. Euro. Die Entwicklung in den einzelnen Ländern verlief dabei unterschiedlich. Während die Verschuldung prozentual in Bremen (+10,1 %), Sachsen-Anhalt (+7,1 %) und Niedersachsen (+4,8 %) am stärksten anstieg, sank hingegen die Verschuldung Bayern (-7,7 %), Hamburg (-5 %) und Sachsen (-3,9 %), Baden-Württemberg (-15,9 %) am stärksten.

Im Vergleich zum Jahresende 2018 konnten die Kommunen Schulden abbauen. Zum 30. Juni 2019 waren die Gemeinden und Gemeindeverbände (mit Extrahaushalten) beim nicht-öffentlichen Bereich mit 130,3 Mrd. Euro verschuldet, dies ist ein Rückgang um 1,8 Prozent (-2,4 Mrd. €). Besonders stark ging die kommunale Verschuldung in Baden-Württemberg (-7,5 %) und Niedersachsen (-4,3 %) zurück, während die Verschuldung der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern (+6,6 %), Hessen (+2,2 %) und Schleswig-Holstein (+1,7 %) zunahm. In Sachsen-Anhalt betrug der Rückgang bei den Kreditmarktschulden und Liquiditätskrediten -2,5 %. Die Kassenkreditverschuldung lag bundesweit bei 35,542 Mrd. Euro.

Betrachtet man nur die Kernhaushalte, so beläuft sich der kommunale Schuldenstand auf 115,341 Mrd. Euro. 35,088 Mrd. Euro sind dabei auf Kassenkredite zurückzuführen.

In Sachsen-Anhalt betrug die Kreditmarktverschuldung der Kernhaushalte insgesamt 1,377 Mrd. Euro, wobei davon 1,374 Mrd. Euro auf den nicht-öffentichen Bereich entfielen. Gegenüber dem 31.12.2018 ist dies ein leichter Rückgang von 5 Mio. Euro. Die Kassenkredite der Kernhaushalte der Kommunen in Sachsen-Anhalt beliefen sich zum 30.06.2019 auf 1.540 Mio. Euro, wobei davon 1.374 auf den nicht-öffentlichen Bereich und 166 Mio. Euro auf den öffentlichen Bereich (beim Land u. a. in Form von Liquiditätshilfen und bei verbundenen Unternehmen, Beteiligungen) entfielen. Gegenüber dem 31.12.2018 (s. KNSA-Beitrag Nr. 277/2019 vom 16.08.2019) ist dies insgesamt eine Steigerung um 161 Mio. Euro. Jedoch weisen die Kassenkredite i. d. R. stärkere unterjährige Schwankungen als die Kreditmarktschulden auf, sodass von diesem halbjährlichen Anstieg noch nicht auf eine Entwicklung für das gesamte Jahr geschlossen werden kann.

Die Fachserie zum vorläufigen Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts zum 30. Juni 2019 kann unter: www.destatis.de abgerufen werden.

14.10.2019