544 Mio. Euro Gewerbesteuer im 1. Halbjahr 2022
Wir kommen auf Beiträge zurück, in denen wir über die Gewerbesteuereinnahmen der sachsen-anhaltischen Städte und Gemeinden im Haushaltsjahr 2021 sowie über den Realsteuervergleich 2021 des Statistischen Bundesamtes berichtet hatten. Das Statistische Landesamt informiert, dass die sachsen-anhaltischen Städte und Gemeinden im ersten Halbjahr 2022 fast 544 Mio. Euro Gewerbesteuer eingenommen haben, was den bisherigen Spitzenwert aus den ersten sechs Monaten 2019 um 96 Mio. Euro bzw. 22 % übertraf.
Umgerechnet auf die Einwohnerinnen und Einwohner nahmen die Kommunen 250 Euro pro Kopf ein. Das waren 47 Euro pro Kopf mehr als zur Jahresmitte 2019. Bereits im 1. Quartal 2022 wurde für die Gewerbesteuer ein Spitzenwert registriert.
1/4 der Gewerbesteuer floss in die kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts. Alle 3 kreisfreien Städte meldeten im 1. Halbjahr 2022 höhere Gewerbesteuereinzahlungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Alle 11 Landkreise des Landes Sachsen-Anhalt verzeichneten in Summe der angehörigen Gemeinden im 1. Halbjahr 2022 eine Steigerung der Gewerbesteuer gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Spanne lag zwischen 4 Mio. Euro höheren Einzahlungen im Altmarkkreis Salzwedel bis zu 27 Mio. Euro im Saalekreis oder Steigerungen von 21 % im Landkreis Börde bis zu 119 % im Burgenlandkreis.
Insgesamt verbuchten die 21 Spitzenreiter in der 1. Jahreshälfte 2022 zusammen die Hälfte der Gewerbesteuer. Die andere Hälfte teilten sich 194 kreisangehörige Gemeinden. 126 Gemeinden nahmen weniger als 1 Mio. Euro Gewerbesteuer ein. In einer Gemeinde überstiegen die Erstattungen (Auszahlungen) die Einzahlungen. 80 % bzw. 171 kreisangehörige Gemeinden erreichten nicht die durchschnittlichen Pro-Kopf-Einzahlungen aller kreisangehörigen Gemeinden von 252 Euro pro Kopf. Der Median teilte die Pro-Kopf-Einzahlungen an Gewerbesteuer bei 153 Euro pro Kopf.
Weitere Informationen zum Thema öffentliche Finanzen finden Sie im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt und können dem Statistischen Bericht “Gemeindefinanzen, Einzahlungen und Auszahlungen; Kassenstatistik 01.01.2022 – 30.06.2022; Schuldenstatistik 30.06.2022“ entnommen werden.
Die Ergebnisse zeigen wiederum, dass die Gewerbesteuereinnahmen im Land sehr heterogen verteilt sind, sich die Situation in den Städten und Gemeinden damit sehr unterschiedlich präsentiert und bei weitem nicht alle an dieser positiven Entwicklung teilhaben. Zu bedenken ist auch, dass diese positive Entwicklung auch auf gewisse Nachholeffekte, resultierend aus der Corona-Pandemie, zurückzuführen sind. Insbesondere vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der damit ausgelösten Energiepreiskrise ist zudem nicht zu erwarten, dass diese in der Summe positive Entwicklung dauerhaft fortgeschrieben werden kann.