ADAC Monitor „Mobil in der Stadt“ veröffentlicht
Im Rahmen einer Online-Umfrage des ADAC in 29 mittleren Großstädten wird aufgezeigt, wie zufrieden Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer mit der lokalen Mobilitätssituation sind. Befragt wurden im Oktober 2020 Einwohner, Pendler als auch Besucher. Insgesamt gibt es eine überwiegende Zufriedenheit mit der örtlichen Mobilitätssituation, wobei zwischen den Verkehrsmitteln teils deutliche Unterschiede bei der Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer bestehen.
Methodik, Durchführung, Ziele
Wie zufrieden die Bewohner in 29 mittelgroßen Städten unter 500.000 Einwohner mit ihrer persönlichen Mobilitätssituation sind, hat der ADAC in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Marktforschungsinstitut „infas quo GmbH“ untersucht. Erhoben wurde die Zufriedenheit der Autofahrer, ÖPNV-Kunden, Fahrradfahrer und Fußgänger ab 18 Jahren, die sich in der jeweiligen Stadt an mindestens zwei Tagen in der Woche bewegen, sei es als Einwohner oder als Einpendler bzw. Besucher. Um verlässliche Aussagen treffen zu können, wurden je Stadt etwa 400 Interviews durchgeführt, pro Verkehrsart mindestens 100. Dafür wurden in einer repräsentativ angelegten Online-Befragung 11.637 Interviews ausgewertet. Herausgekommen ist ein Zufriedenheitsindex, der einen Maßstab aus Sicht der Nutzer setzt und Orientierung in den vielfältigen Aspekten der persönlichen Mobilität bietet.
Kernergebnisse
Über alle Städte hinweg ist die Zufriedenheit mit der Fortbewegung zu Fuß (Teilindex von +19 bis +51) und mit dem ÖPNV (Teilindex von +10 bis +48 Pkt.) am höchsten. Nicht so hoch fällt die Zufriedenheit bei Radfahrern aus (Teilindex zwischen -13 und +41 Pkt.), während Autofahrer in allen Städten am unzufriedensten mit ihrer persönlichen Mobilitätssituation sind (Teilindex zwischen -13 bis +11 Pkt.).
Die drei Städte, die über alle vier Fortbewegungsarten hinweg am besten überzeugen können, sind Münster (Gesamtindex +35), Rostock (Gesamtindex +33) und Oldenburg (Gesamtindex +32), gefolgt von Freiburg (Gesamtindex +30), Magdeburg (Gesamtindex +30), Erfurt (Gesamtindex +29) und Braunschweig (Gesamtindex +29). Dabei ist vor allem die Rolle von Münster als Benchmark mit Rang eins beim Pkw-, Rad- und Fußverkehr sowie Rang fünf beim ÖPNV hervorzuheben.
Über alle Städte hinweg überwiegt die Zufriedenheit mit der örtlichen Mobilitätssituation (Gesamtindex +21). Überdurchschnittlich hoch ist die Zufriedenheit bei Einpendlern/Besuchern, bei Männern und bei 18 – 29 Jährigen (Gesamtindex je +23) sowie bei Erwerbstätigen in Vollzeit (Gesamtindex +24).
Bei Autofahrern ist die Zufriedenheit am geringsten (Teilindex +1), wobei die Gruppe der 18 – 29 Jährigen hier noch am ehesten zufrieden ist (Teilindex +9). Vergleichsweise durchschnittlich zufriedenen sind Radfahrer mit ihrer Mobilitätssituation (Teilindex +18), was für die Rad fahrenden Senioren allerdings nicht zutrifft (Teilindex +7). Sehr zufrieden sind hingegen ÖPNV Nutzer (Teilindex +28) und vor allem Fußgänger (Teilindex +37) mit ihrer Mobilitätssituation.
Anmerkung:
Die Studie legt auch dar, dass das Verhalten des jeweils anderen Verkehrsteilnehmenden häufig negativ bewertet wird. Dieses Phänomen und die oft zugespitzte Debatte zwischen Radfahrenden und Autofahrenden spiegeln die vielerorts auftretenden Konflikte aufgrund begrenzten Verkehrsraums wider. Anstelle ideologischer Debatten sollten wirksame und verhältnismäßige Sanktionen das Mittel sein, um das Bewusstsein bei allen Verkehrsteilnehmenden für eine stärkere Beachtung der Verkehrsregeln zu schärfen und die gezielte Verhinderung gefährlicher Situationen zu stärken.
Anhand der Ergebnisse wird letztlich deutlich, dass für eine hohe Zufriedenheit aller Verkehrsteilnehmer vor allem eine integrierte Mobilitätsplanung erfolgreich ist, bei der die verschiedenen
Verkehrsarten bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.
Weitere Informationen
Die Studie sowie Grafiken mit Kernergebnissen und Details zu den 29 untersuchten Städten ist abrufbar unter: www.adac.de/monitor