Abwassermonitoring soll weiter gefördert werden

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Wir kommen zurück auf einen vorherigen Beitrag mit dem wir über die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Nachweis von Corona-Viren im Abwasser von Klärwerken berichtet hatten. Dem vorangegangen waren mehrere Projekte bundesweit und auch in Sachsen-Anhalt zum Abwassermonitoring.

Bundesgesundheits- und Bundesumweltministerium haben Ende Februar mitgeteilt, dass das Abwassermonitoring mit wichtigen Informationen für ein Pandemieradar weiter gefördert werden soll. Dies ist mit Blick auf eine frühzeitige Pandemiebekämpfung zu begrüßen.

Im Oktober 2022 wurde der durch das Robert Koch-Institut (RKI) betriebene Pandemieradar in das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Wichtiger Bestandteil dieses Datendashboards ist die Trendanalyse der Viruslast im Abwasser, für die SARS-CoV-2-Virusfragmente im Abwasser bestimmt werden müssen. Schon mehr als 50 Kläranlagenstandorte in Deutschland liefern bereits regelmäßig Daten zu SARS-CoV-2-Funden im Abwasser, welche über das Umweltbundesamt qualitätsgesichert an das RKI weitergeleitet werden. Dort erfolgt anschließend die Trendberechnung für die epidemiologische Lagebewertung.

Etwa 170 Standorte sollen insgesamt an den Pandemieradar angeschlossen werden. Die Abwasserproben werden stichprobenartig auch auf neu auftretende Virusvarianten untersucht. Derzeit werden zudem aus dem Abwasser der internationalen Flughäfen Frankfurt/Main und Berlin Proben entnommen und auf Virusvarianten analysiert.

Die Analyse der Viruslast im Abwasser gibt unabhängig von Testungen an Menschen oder Meldungen bei Gesundheitsbehörden Auskunft über die Verbreitung von SARS-CoV-2-Viren und deren Varianten in Deutschland. Auch asymptomatische Infektionen werden durch sie erfasst. Einmal etabliert, kann das Abwassermonitoring als Frühwarnsystem dienen. Hierbei steigt die Kurve der Viruslast im Abwasser in der Regel mehrere Tage früher an als dies bei anderen Indikatoren des Pandemieradars der Fall ist. Damit kann wertvolle Zeit gewonnen werden, um gegebenenfalls Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus frühzeitig zu ergreifen.

Anmerkung:

Das Abwassermonitoring ist ein wichtiges Frühwarnsystem für Viruslasten und erkennt dabei schon einige Tage vor anderen Indikatoren eine erhöhte Viruslast. Mit der Zulieferung von Abwasserproben können kommunale Kläranlagen dabei helfen, die öffentliche Gesundheitsprävention besser aufzustellen.

Im Entwurf für die Novellierung der EU-Kommunalabwasser-Richtlinie ist ein regelmäßiges Monitoring von relevanten Gesundheitsparametern im Abwasser vorgesehen. Hierbei ist es aber von Bedeutung, dass die kommunale Abwasserbehandlung finanziell von Bund und Ländern gefördert wird, damit sie den wichtigen Beitrag im Rahmen des Pandemieradars leisten kann. Insoweit muss die Umsetzung des Abwassermonitorings mittel- und langfristig betrachtet werden. Der Bund finanziert derzeit das „Abwasser-Monitoring für die epidemiologische Lageüberwachung“ mit über 30 Mio. Euro bis Ende 2024.

Zur Begleitung der Thematik wurde zudem ein Lenkungsgremium für die Entwicklung der Trendanalysen für das nationale Pandemieradar neu eingerichtet. Diesem Lenkungsgremium gehören neben Vertretern der Bundesministerien und des RKI auch die kommunalen Spitzenverbände auf Bundesebene an.

10.03.2023