Anstieg der kommunalen Schulden setzt sich fort
Wir kommen zurück auf einen vorherigen Beitrag, in welchem wir über die Ergebnisse der Schuldenstatistik Sachsen-Anhalts sowohl für das Land als auch die Kommunen für das Jahr 2021 berichtet hatten. Demnach beliefen sich die Schulden der Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände zum 31.12.2021 auf 2.749 Mio. Euro, gegenüber dem Vorjahr mit 2.626 Mio. Euro wurde ein Anstieg um rund 123,7 Mio. Euro verzeichnet, der 4,7 % entsprach.
Der Trend Anstieg der kommunalen Schulden hat sich laut Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes vom 14.12.2022 zum Ende des III. Quartals 2022 fortgesetzt. Demnach lag die Verschuldung der kommunalen Kernhaushalte am Ende des III. Quartals bei 2.897 Mio. Euro was gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt inzwischen ein Anstieg um 9,1 % bzw. 241 Mio. Euro darstellt.
Die Pro-Kopf-Verschuldung der kommunalen Kernhaushalte des Landes Sachsen-Anhalt lag am 30. September 2022 bei 1.325 Euro. Das ist eine Erhöhung der Verbindlichkeiten je Einwohnerin bzw. Einwohner um 103 Euro gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt.
Bei den kreisfreien Städten ist mit 20,8 % der höchste Anstieg des Schuldenstandes zu verzeichnen. Am Ende des III. Quartals betrugen die Verbindlichkeiten 968 Mio. Euro und damit 167 Mio. Euro mehr als am 30. September des Vorjahres. Dabei war bei den Krediten für Investitionen ein Anstieg von 57,4 % bzw. 175 Mio. Euro zu verzeichnen. Die Kredite zur Liquiditätssicherung nahmen dagegen im gleichen Zeitraum um 1,7 % bzw. 8 Mio. Euro ab.
Die Schulden der Landkreise stiegen zum Ende des III. Quartals 2022 gegenüber dem III. Quartal 2021 um. 53 Mio. Euro auf 593 Mio. Euro. Das ist ein Anstieg von 9,9 %. Dabei spielen die Kredite für Investitionen mit einer Zunahme von 1 % bzw. 3 Mio. Euro eine untergeordnete Rolle. Für Liquiditätskredite wurden im Vergleichszeitraum 25,8 % bzw. 50 Mio. Euro mehr ausgegeben.
Am 30. September 2022 betrug der Schuldenstand der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie der Verbandsgemeinden 1.336 Mio. Euro und damit 1,6 % bzw. 21 Mio. Euro über dem Vorjahreszeitpunkt. Die Kredite für Investitionen stiegen um 6,4 % bzw. 44 Mio. Euro. Gleichzeitig nahmen die Kredite zur Liquiditätssicherung um 3,7 % bzw. 23 Mio. Euro ab.
Für die Auswertung zum 30. September 2022 wurden nur die Schulden der kommunalen Kernhaushalte, also der Gemeinden, Verbandsgemeinden, Landkreise und kreisfreien Städte betrachtet. Informationen über außerhalb der kommunalen Haushalte geführte öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen stehen vierteljährlich nur für den Staatssektor zur Verfügung und bleiben deshalb unberücksichtigt.
Weitere Informationen zum Thema Öffentliche Finanzen finden Sie im Internetangebot des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt unter https://statistik.sachsen-anhalt.de/. Detaillierte Informationen zu den Schulden der kommunalen Kernhaushalte sind im Statistischen Bericht „Gemeindefinanzen: Einzahlungen und Auszahlungen, Schuldenstände – Kassenstatistik 01.01.2022 – 30.09.2022 und Schuldenstatistik 30.09.2022“ enthalten.