Berücksichtigung des lokalen Arbeitsmarkts bei der Verteilung Geflüchteter verbessert ihre Berufschancen deutlich
Eine wissenschaftliche Analyse im aktuellen DIW-Wochenbericht über die Berufschancen von Geflüchteten in Deutschland zeigt: Die Chancen auf eine Beschäftigung haben sich mit zunehmender Aufenthaltsdauer deutlich positiv entwickelt. Dies trifft aber nicht auf die fachliche Übereinstimmung der gefundenen Beschäftigungen mit den in den Herkunftsländern zuletzt ausgeübten Berufen zu. Diese Quote sinkt leicht über die Jahre. Es zeigt sich ein deutlicher Einfluss der regionalen Arbeitslosigkeitsquote auf die generelle Beschäftigungswahrscheinlichkeit und die Wahrscheinlichkeit, den vor der Flucht ausgeübten Beruf wiederzuerlangen. Geflüchtete mit gefragten Zielberufen haben ungeachtet ihrer regionalen Zuordnung bessere Beschäftigungsaussichten. Eine gezielte regionale Verteilung der Geflüchteten, die die regionale Aufnahmefähigkeit lokaler Arbeitsmärkte berücksichtigt, würde vielen Geflüchteten bessere Chancen bei der Arbeitsmarktintegration ermöglichen und einen positiven Einfluss auf die Fortführung ihrer früheren Beschäftigungen haben. Davon könnten nicht nur Geflüchtete, sondern auch die ortsansässigen Arbeitgeber*innen profitieren.
Der Beitrag im DIW-Wochenbericht 30+31 2023 analysiert, ob Geflüchtete in Deutschland eine Anstellung gefunden haben und ob sie in dem in ihrem Herkunftsland ausgeübten Beruf arbeiten. Er betrachtet dabei die Rolle der lokalen Arbeitsmarktsituation für die Erwerbsaussichten von Geflüchteten mit ausländischer Berufserfahrung und einer Wohnsitzauflage. Eine berufliche Übereinstimmung kann sowohl für Geflüchtete als auch für Arbeitgeber*innen als ein erstrebenswertes Beschäftigungsverhältnis angesehen werden, da Geflüchtete ihre berufliche Identität erhalten können und Arbeitgeber*innen von bereits in den Herkunftsländern erlangten beruflichen Kompetenzen profitieren. [mehr]