Destatis Zahlen zur Entwicklung der Steuereinnahmen und zur Bauwirtschaft

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Am 25.02.2021 hat das Statistische Bundesamt (Destatis) eine Sonderauswertung zur Entwicklung der Steuereinnahmen bis Januar 2021 veröffentlicht. Ferner hat Destatis am selben Tag auch Zahlen zur Lage der Bauwirtschaft im Jahr 2020 vorgelegt.

Entwicklung der Steuereinnahmen

Während sich die Steuereinnahmen bis Ende letzten Jahres gut entwickelt hatten (nach starkem Rückgang im September aufgrund der Auswirkungen von Mehrwertsteuersenkung, Kinderbonus und reduzierter Vorauszahlungen bei der Körperschaftsteuer), zeigt sich in den Zahlen für den Januar 2021 deutlich der verschärfte Lockdown. So sind die kassenmäßigen Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern in Deutschland kalender- und saisonbereinigt im Januar 2021 im Vergleich zum Dezember 2020 um 8,2 Prozent gesunken (im Vergleich zum Vorkrisenmonat Februar 2020 sind es -11,6 %). Besonders stark fiel mit einem Minus von 13,9 Prozent der Rückgang bei der Umsatzsteuer aus. Neben den allgemeinen Lockdown-Auswirkungen ist der Rückgang auf die Verschiebung von Fälligkeitsterminen bei der Einfuhrumsatzsteuer zurückzuführen. Durch diese Maßnahme soll zur Entlastung der Unternehmen in der Corona-Pandemie die Liquidität der Unternehmen verbessert werden. Auch die Einnahmen aus den Steuern vom Einkommen gingen um 4,8 Prozent zurück. Hierzu wird auch das Aufkommen aus der Lohn- und Körperschaftsteuer gezählt.

Die weiteren Einnahmen aus Bundes- und Landessteuern sind im Januar im Vergleich zum Dezember hingegen um 1,3 Prozent beziehungsweise 0,8 Prozent gestiegen. Zahlen zur Entwicklung der gemeindlichen Steuern liegen nur quartalsweise vor und konnten bei der Sonderauswertung nicht berücksichtigt werden. Die Auswirkungen des neuerlichen (Teil-)Lockdowns werden bei der Gewerbesteuer jedoch deutlich zu spüren sein. Ein weiterer kommunaler Rettungsschirm ist daher unausweichlich.

Entwicklung der Bauwirtschaft in 2020

Nach den aktuellen Destatis-Zahlen konnte die Bauwirtschaft das Corona-Jahr 2020 mit einem deutlichen Umsatzplus von sechs Prozent auf nunmehr rund 143 Mrd. Euro abschließen. Maßgeblich für den Anstieg war ein sehr starkes 4. Quartal, welches allein im Dezember um 20,3 Prozent besser ausfiel als 2019. Hier war also ein signifikanter Effekt der temporären Absenkung der Mehrwertsteuersätze spürbar.

Der Auftragseingang war 2020 weitestgehend, jedoch mit unterschiedlichen Ausprägungen (+7,6 % Wohnungsbau, -7,5 % Wirtschaftshochbau), stabil. Stabilisierend hat dabei auch das Konjunkturpaket gewirkt, das dazu beigetragen hat, dass Bund, Länder und Kommunen ihre Investitionen 2020 trotz der enormen negativen fiskalischen Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter steigern konnten (+6 % auf Umsatz von ca. 39 Mrd. Euro). Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) unterstreicht in seiner Kommentierung der Destatis-Zahlen jedoch ebenfalls, dass die Lage der Kommunalhaushalte stark angespannt ist und Bund und Länder weiter in der Pflicht stehen, „die Handlungsfähigkeit der Kommunen auch in diesem Jahr zu gewährleisten. Der kommunale Investitionsstau bei Straßen und Schulen darf sich nicht weiter vergrößern.“

Über die Situation der Bauwirtschaft im 1. Jahr der Corona-Krise in Sachsen-Anhalt informierte das Statistische Landesamt mit Pressemitteilung Nr. 60/2021 vom 05.03.2021. Demnach verzeichnete das Bauhauptgewerbe in Sachsen-Anhalt seit längerem wieder Umsatzrückgänge. Danach erwirtschaftete der Hoch- und Tiefbau in Sachsen-Anhalt baugewerbliche Umsätze in Höhe von 2.687,3 Mio. Euro. Der Rückgang zum Vorjahr betrug 2,7 Prozent und ging zulasten des vormals als Konjunkturtreiber geltenden Tiefbaus. Hier gaben die Umsätze um 5,5 Prozent nach, während der Hochbau bei den Umsätzen 2,6 Prozent zulegen konnte.

Die Zahl der tätigen Personen blieb mit jahresdurchschnittlich 17.209 stabil. Ebenso verhielt es sich bei der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden (20,8 Mio. h).

Der Wohnungsbau als wesentlicher Bestandteil des Hochbaus verzeichnete baugewerbliche Umsätze von 418,6 Mio. Euro (-0,2 %). Besonders ausgeprägt war der Rückgang innerhalb des Tiefbaus beim gewerblichen Tiefbau (-11,0 %) und beim Straßenbau (-8,1 %).

Die Auftragseingänge im Jahresverlauf deuten darauf hin, dass auch das Jahr 2021nicht mehr an die Hochzeiten anknüpfen kann. Insgesamt kam es zu einem Rückgang neuer Aufträge um 11,0 Prozent. Allerdings bewegten sich die Auftragseingänge im letzten Quartal 2020 fast schon wieder auf Vorjahresniveau.

Beim Vergleich der baugewerblichen Umsätze in Sachsen-Anhalt und Deutschland fällt auf, dass Sachsen-Anhalt trotz der positiven Entwicklung 2018 und 2019 deutlich unter dem bundesdeutschen Niveau lag.

Destatis-Zahlen zu Einnahmen aus Gemeinschaftssteuern: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/02/PD21_087_73.html

Destatis-Zahlen Bauwirtschaft: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/02/PD21_085_44.html

Pressemeldung ZDB: https://www.zdb.de/meldungen/konjunkturmotor-bauwirtschaft-laeuft

18.03.2021