Digitalisierung der Gewerbesteuer - Projektstand „Digitaler Gewerbesteuerbescheid“
Wir kommen zurück auf einen vorherigen Beitrag, in welchem wir über den erfolgreichen Start des Projektes „Digitaler Gewerbesteuerbescheid“ ins Jahr 2025 berichtet hatten; visuell und informativ besonders durch die damals neu gestaltete Homepage https://digitaler-gewerbesteuerbescheid.de/, auf der alle wesentlichen Informationen zusammengetragen oder verlinkt werden.
Zum Ende des Jahres 2025, so ist es dem letzten Newsletter der ]init] AG für digitale Information zu entnehmen, kann das Projekt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken: Die nächste „magische Grenze“ von 2.000 am Projekt interessierten Kommunen deutschlandweit wurde noch im Dezember erreicht. Die interessierten Kommunen wurden in knapp zwanzig allgemeinen und individuellen Onboarding-Terminen über das Projekt informiert. Von den nun über 2.000 Pilotkommunen beteiligten sich Ende des letzten Jahres rund 870 als Testkommunen am Projekt und an der Digitalisierung des Gewerbesteuerbescheides in ihren Verwaltungen; gegenüber 2024, mit rund 1.300 Pilot- bzw. 510 Testkommunen ein konstanter Zuwachs.
Die ]init[ bietet in regelmäßigem Turnus digitale Onboarding-Termine für den Einstieg in die Digitalisierung der Gewerbesteuer an. Bei Interesse an einem Einstieg in das Projekt kann der Kontakt über die Landesgeschäftsstelle des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt (SGSA) vermittelt oder auch unmittelbar über sdeg@init.de oder das Kontaktformular https://www.digitaler-gewerbesteuerbescheid.de/kontakt aufgenommen werden.
Die Länderarbeitskreise, die das Projekt von Anfang an begleiteten, wurden im Laufe des vergangenen Jahres zu sechs regionalen Länderarbeitskreisen zusammengefasst. Bei den insgesamt dreißig durchgeführten Arbeitskreisen 2025 haben sich rund 500 Personen aus allen Stakeholder-Gruppen beteiligt (Finanzministerien, kommunale Verbände, Kommunen, ELSTER-Ansprechpartner, HKR-Hersteller, IT-Dienstleister, Industrie- und Handelskammern, Unternehmen, Steuerberatungen). Auch der SGSA wirkt in einem dieser regionalen Länderarbeitskreise mit. Nicht zuletzt durch die Unterstützung aus diesen Arbeitskreisen heraus konnte der digitale Gewerbesteuerbescheid inzwischen erfolgreich in alle Bundesländer pilotiert werden. Aufgrund der stetig steigenden Anzahl erfolgreich begleiteter Pilotierungen und inzwischen auch eigenständiger Bekanntgaben wird auch im Jahr 2026 mit einer Fortführung des Trends hin zur flächendeckenden Einführung gerechnet. Die ]init[ informiert, dass, um dies projektseitig weiter zu begleiten, wie schon 2025 die Länderarbeitskreise und Onboarding-Termine im gleichen Umfang fortgesetzt werden.
Die ]init[ informiert auch darüber, dass der elektronische Zerlegungsbescheid seit seinem Start im Jahr 2024 im Laufe des Jahres 2025 technisch deutlich gereift sei – sowohl beim Prozess zur Erzeugung der Bescheide als auch bei der Verbreitung unter den Kommunen in Deutschland. Im Laufe des Jahres wurden mehrere technische Hürden überwunden und der Prozess tiefer in die Abläufe der Fachanwendung integriert. Nach der erfolgreichen Bekanntgabe von weit mehr als 10.000 Zerlegungsbescheiden könne der Erzeugungsprozess mittlerweile als Blaupause für weitere Bescheidarten dienen. So ist die Umsetzung der Gewerbesteuerbescheide der Stadtstaaten und der Messbetragsmitteilungen nach dem Vorbild der Zerlegung bereits in Arbeit. Auch HKR-Hersteller, Kommunen und Dienstleister würden verstärkt nachziehen und den Abruf sowie die Verarbeitung der Zerlegungsbescheide im Eingangskanal unterstützen.
Eine weitere Information betrifft die Ende 2024 vollzogene Übergabe des Datenmodells des digitalen Gewerbesteuerbescheides inklusive Spezifikation, Musterbescheiden und Praxishandbuch zur Pflege und Weiterentwicklung an das Standardisierungsvorhaben XUnternehmen. Zu Jahresbeginn 2025 war hier ein Expertengremium gegründet worden, in dessen Runde Änderungsanträge diskutiert und die Weiterentwicklung des Standards vorangetrieben werden. Der digitale Gewerbesteuerbescheid wird unter der Bezeichnung Fachmodul XUnternehmen.Gewerbesteuer im XRepository bereitgestellt. Seit dem 01.11.2025 steht die neue Release; Version 1.4 des Fachmoduls im XRepository, bereit. Zusätzlich wurde ein Releasekonzept veröffentlicht, das die künftigen Release-Zyklen des Fachmoduls festschreibt. Neue Versionen erscheinen perspektivisch jeweils zum 01.05. und 01.11. eines jeden Jahres und werden nach einem Umsetzungszeitraum von zehn Monaten produktiv gesetzt. Wer keine Releases verpassen möchte, kann den Standard im XRepository abonnieren und wird bei zukünftigen Veröffentlichungen per Mail informiert.
Auch die Landschaft der Fachverfahrenshersteller, die in das Digitalisierungsprojekt einsteigt, verändert sich. Die ]init] informierte zuletzt über einen Zuwachs produktiver HKR-Hersteller im Projekt. Im Übergang von Quartal III zu Quartal IV habe sich mit ab-data ein weiterer HKR-Hersteller in den Kreis der erfolgreichen Fachverfahrenshersteller einreihen können. Die Erstellung sowie Übermittlung des digitalen Gewerbesteuerbescheides sei im Fachverfahren dieses Herstellers in Zusammenarbeit mit einer kommunalen Verwaltung erfolgreich pilotiert worden. Das Angebot steht nun deutschlandweit allen ab-data-Kunden zur Verfügung und könne aktiv angefragt werden. Dieser Erfolg stelle einen weiteren bedeutsamen Schritt hin zu einem flächendeckenden Angebot in der Fachverfahrenslandschaft dar.
Weitere HKR-Hersteller haben zudem angekündigt, den digitalen Gewerbesteuerbescheid für ihre Kommunen im neuen Jahr anbieten zu wollen. Der Ausblick ins Jahr 2026 ist daher insgesamt sehr positiv und deutet auf eine kontinuierliche Erhöhung der Reichweite des digitalen Gewerbesteuerbescheides hin.
Seit Januar 2025 steht interessierten HKR-Herstellern ein Angebot zum Testen des digitalen Gewerbesteuerbescheides bereit – mit sehr positiver Resonanz: Im Laufe des Jahres haben insgesamt sieben HKR-Hersteller am Testverfahren teilgenommen und bereits gute Ergebnisse erzielt. In zwei aufeinander aufbauenden Stufen werden zunächst die Bescheiderstellung gemäß Spezifikation und anschließend die digitale Bekanntgabe über ELSTER-Transfer getestet. Im Rahmen der ersten Stufe wurden durch die sieben Fachverfahrenshersteller insgesamt 22 Testbescheide erstellt, zu denen beidseitig Feedback und Verbesserungsvorschläge ausgetauscht wurden. Inzwischen steht ein Testset mit digitalen Zerlegungsbescheiden bereit, das eine vollautomatisierte Erzeugung digitaler Gewerbesteuerbescheide ermöglicht – vorausgesetzt, die HKR-Systeme verfügen über eine funktionierende Schnittstelle zum Eingangskanal.
Überführung Projektstruktur
Die bisherige Projektorganisation wurde im vergangenen Jahr verabschiedet. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende des digitalen Gewerbesteuerbescheids – im Gegenteil!
Durch die offizielle Überführung des Projekts in die KONSENS-Servicestelle Kommunale Koordination (KoKo) beginnt ein neues Kapitel. Die Grundlagen für die Fortsetzung des Projekts im Jahr 2026 sind somit gelegt.