Digitalisierung der Tourismusdestinationen

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Open-Data-Projekte, Chatbots und Virtual Reality: moderne Technologien werden auch im Deutschlandtourismus heiß diskutiert. Wie digital die Destinationen in der Fläche tatsächlich aufgestellt sind, untersuchte nun eine Studie des Deutschen Tourismusverbands (DTV) und BTE Tourismus- & Regionalberatung.

Studienhintergrund

Die initiale Studie des Deutschen Tourismusverbandes e. V. und der BTE Tourismus- und Regionalberatung ging der Frage nach, wie weit die Destinationsmanagementorganisationen (DMO) im Hinblick auf die Digitalisierung sind. Befragt wurden zwischen August und September 2019 rund 400 Tourismusorganisationen auf der lokalen, regionalen und Landesebene, um herauszufinden, wo zentrale Hindernisse und Herausforderungen liegen und wie zukünftig die Destinationen bestmöglich unterstützt werden können. Der Fragenkatalog untersuchte insbesondere die Nutzung digitaler Instrumente durch den Gast, die Nutzung digitaler Instrumente in der Destination sowie aktuelle Planungen und Hindernisse in der Digitalisierung.

Kernergebnisse

Nach Auswertung der Befragung geben über 80 Prozent der DMOs an, dass ihre Internetauftritte auch für mobile Endgeräte optimiert sind. In über 80 Prozent aller Destinationen steht zumindest teilweise ein öffentliches WLAN zur Verfügung. Bereits drei Viertel der DMOs nutzen soziale Medien und eine Mehrheit der Organisationen verfügt auch über eine entsprechende Social-Media-Strategie.

Beim Einsatz von Technologien wie Virtual und Augmented Reality sind die Organisationen noch zögerlich. Diese werden bei den Organisationen mit eigener Touristinformation bislang kaum eingesetzt. QR-Codes, Videos oder Geolokalisierung hingegen werden bei etwa der Hälfte der Touristinformationen angeboten.

Gefragt wurde zudem nach dem Anteil der online-buchbaren Betriebe. Hier zeigte sich, dass nach Einschätzung der Organisationen nur bei 41 Prozent der Destinationen mind. die Hälfte der Betriebe online buchbar ist. Den größten Fortbildungsbedarf für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen die befragten Organisationen in den Bereichen Content-Strategien, Suchmaschinenoptimierung und Social Media.

Während 84 Prozent der Tourismusorganisationen auf Landesebene bereits über einen digitalisierungsverantwortlichen Mitarbeiter verfügen, geben nur 47 Prozent der regionalen/lokalen DMO ohne Touristinformation und 33 Prozent der DMO mit Touristinformation an, entsprechend verantwortliche Mitarbeiter zu haben. Als besondere Hindernisse bei der Digitalisierung werden bei den Organisationen sowohl finanzielle Mittel als auch fehlendes Know-how oder eine unzureichende Breitbandanbindung genannt. Während sich die Landesorganisationen bei der Digitalisierung insgesamt gut aufgestellt sehen, fühlen sich etwa die Hälfte der regionalen und lokalen DMOs im Fazit eher schlecht aufgestellt.

Die Gutachter kommen abschließend zu dem Ergebnis, dass die Digitalisierung auf allen Ebenen im Deutschlandtourismus angekommen ist. Bei der Implementierung und Nutzung digitaler Instrumente besteht allerdings ein großes Gefälle von der Landes- zur lokalen Ebene. Gerade die lokale Ebene benötigt Unterstützung, beispielsweise bei der Organisation des eigenen Contents oder der Gästebindung über soziale Medien.

Weitere Informationen

Die Studienergebnisse sind verfügbar unter:www.bte-tourismus.de

14.01.2020