EEA verweist auf zukünftige Herausforderungen im Wassermanagement

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Mit der Einigung von Parlament und Rat über den Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser machte die EU Anfang 2024 einen wichtigen Schritt in der europaweiten Standardisierung des Wasserschutzes. Mit dem Beschluss des Verursacherprinzips und der Erweiterung des Geltungsbereichs für Kommunen ab 1.000 Einwohnern ist dies insbesondere relevant in der kommunalen Planung für die kommenden Jahre. Zusätzlich definierte die Richtlinie auch die Rolle des Abwassersektors bei ihrem Weg zur Energie- und Klimaneutralität sowie Vorgaben zum Umgang mit starken Regenfällen wie in den nächsten Jahren zu erwarten ist.

Jetzt fordert die European Environmental Agency (EEA) die konsequente und zügige Implementierung und Umsetzung des bestehenden Gesetzeskörpers, um auf die zu erwartenden Herausforderungen besser vorbereitet zu sein.

In der Pressemitteilung zu ihrem neu veröffentlichten Report: „Responding to climate change impacts on human health in Europe: focus on floods, droughts and water quality“ verweist die EEA auf die problematischen Entwicklungen in den vergangenen Jahren im Zuge von Extremwetterereignissen. Insbesondere im kommunalen Kontext sind folgende Kernfaktoren relevant:

  1. Die EEA verweist auf das erhöhte Risiko verminderten Niederschlags und steigender Temperaturen. Bei geringeren Wassermengen sei mit höheren Verschmutzungen zu rechnen und damit vor allem mit zusätzlichem und kostspieligem Aufwand bei der Reinigung des Wassers durch Abwasseraufbereitungsanlagen. Gleichzeitig erhöhe die steigende Wasser- und Lufttemperatur das Wachstum von Krankheitserregern. Obwohl typischerweise für südeuropäische Länder relevant, verweist der Report für auf das Risiko für zentraleuropäische Regionen (EEA, 2024, S. 43-47)
  2. Als zweiter Faktor, unter anderem speziell für Deutschland, wird der Umgang mit zusätzlichen Niederschlägen in Risikogebieten und das Flutrisiko in Küstenbereichen angesprochen (EEA, 2024, S. 15-17). Insbesondere der potenzielle Schaden an Abwasseraufbereitungsanlagen in Flutrisikogebieten wird als Kernproblem herausgestellt. Ein genanntes Beispiel hierbei sind die zerstörten Anlagen in Altenahr, Mayschoss und Sinzig (EEA, 2024, S. 30).

Bei allen angesprochenen Analysen bewegte sich Deutschland im Durchschnitt immer im Mittelrisiko-Feld. Der Bericht schreibt dabei allerdings der subnationalen Ebene eine besondere Rolle zu. Obwohl der Report feststellt, dass die meisten Kommunen bereits Aktionspläne für die Adaption des Wassermanagements erstellt haben, fehle es an der Betrachtung gesundheitlicher Risiken. Ein Großteil der europäischen Kommunen antizipiere kommende Probleme im Wassermanagement während, jenseits von hitzebezogenen Gesundheitsproblemen, die Vorbereitung auf weitere Gesundheitsrisiken niedrig sei (EEA, 2024, S. 84-86).

Im Zuge der Veröffentlichung des Reports fordert EEA Executive Direktor Leena Ylä-Mononen: Die bestehenden europäischen Klima-, Wasser- und Gesundheitspolitiken bieten eine solide Grundlage für Maßnahmen, aber sie müssen noch umfassender und systematischer umgesetzt werden. Um unser künftiges Wohlergehen zu sichern, müssen alle Regierungsebenen in vielen Sektoren wirksame Lösungen einführen, damit wir die Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit verhindern und verringern können.”

Um weiteren Entwicklungen vorzugreifen, müsse eine Anpassung dieses Bereichs zügig stattfinden, um weitere Risiken auszuschließen.

Weitere Informationen:

  • Europäische Kommission (30.01.2024) Pressemitteilung der Kommission über die Einigung Anfang 2024: https://germany.representation.ec.europa.eu
  • EEA. (2024). Responding to climate change impacts on human health in Europe: focus on floods, droughts and water quality. Kopenhaben: European Environmental Agency. www.eea.europa.eu
  • EEA (15.05.2024): Climate health risks posed by floods, droughts and water quality call for urgent action www.eea.europa.eu
  • Politico (15.05.2024): Contaminated food and resurrected bacteria: EU agency sounds alarm over health risks of warming waters www.politico.eu
17.06.2024