Eckpunkte für barrierefreies Reisen „Reisen für Alle“
Bund und Länder haben am 6. September 2023 in einer gemeinsamen Absichtserklärung die Grundzüge vereinbart, wie das System für barrierefreies Reisen „Reisen für alle“ ab 2024 fortgeführt und gemeinsam fortentwickelt werden soll.
Entsprechend der gemeinsamen Erklärung soll „Reisen für Alle“ im Grundsatz wie folgt neu organisiert werden:
- Der Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), trägt die Kosten für eine Organisationsuntersuchung und die sich daran anschließende umfassende Modernisierung der Erfassung und Ausspielung der Daten von „Reisen für Alle“. Mit der Modernisierung wird sichergestellt, dass die Daten auf Erheberseite effizient gebündelt und durch die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) ausgespielt werden können.
- Die DZT als vom BMWK institutionell geförderte Organisation bekundet die Bereitschaft zur dauerhaften Ausspielung der Daten an alle interessierten Empfänger.
- Die Länder unterbreiten Vorschläge für eine neue Koordinierungsstelle in ihrem Verantwortungsbereich, die durch den Bund mit der Vergabe der Lizenzen für „Reisen für Alle“, der Bündelung der Daten auf Erheberseite und allen weiteren hiermit verbundenen Aufgaben betraut wird. Der bisherige erhebliche Beitrag der Länder über Förderungen und personelle Ressourcen bleibt davon unberührt.
Die inhaltliche Ausgestaltung bleibt durch die organisatorische Neuaufstellung unangetastet. Gespräche über eine inhaltliche Neukonzeption sollen in einem abgestuften Verfahren geführt werden, sobald die organisatorische Neuaufstellung abgeschlossen ist.
Anmerkung:
Die Fortführung des Zertifizierungssystems war mangels ausreichender Finanzierung gefährdet. Aktuell wird das Konzept nun überarbeitet. Klar ist, es braucht weiterhin eine Unterstützung von Bund und Ländern, da das System selbst aus Zertifizierungsbeiträgen nicht tragfähig erscheint. Auch angesichts zunehmender Alterung der Gesellschaft wird die Bedeutung von Barrierefreiheit steigen. Die kommunalen Destinationsmarketingorganisationen und Tourismusstellen können die Branche u. a. durch Information über die Zertifizierungsmöglichkeiten unterstützen.