Gefährdungslage im Cyber-Raum so hoch wie nie

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) legt als Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes jährlich einen umfassenden Überblick über die Bedrohungen im Cyber-Raum vor. Im Berichtszeitraum von Juni 2021 bis Mai 2022 hat sich die bereits zuvor angespannte Lage weiter zugespitzt. In diesem Jahr bewertet der Bericht auch die IT-Sicherheitslage im Kontext des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.

Im BSI-Lagebericht 2022 vom 25.10.2022 werden folgende Kernpunkte thematisiert:

Gründe für die hohe Bedrohungslage

Die Gründe für die hohe Bedrohungslage sind anhaltende Aktivitäten im Bereich der Cyber-Kriminalität, Cyber-Angriffe im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine und auch in vielen Fällen eine unzureichende Produktqualität von IT- und Software-Produkten.

Höhere Investitionen in die Cyber-Sicherheit

Bundesinnenministerin Nancy Faeser wies darauf hin, dass die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine anhaltend erhöhte Cyber-Bedrohungslage eine strategische Neuaufstellung und deutliche Investitionen in die Cyber-Sicherheit erfordert. Die Cyber-Sicherheitsagenda des BMI bildet die wesentlichen Ziele und Maßnahmen ab. Hier will das BMI noch in dieser Legislaturperiode wesentliche Fortschritte erreichen und die Cyber-Sicherheit auf ein neues Level heben. Die Modernisierung der Cyber-Sicherheitsarchitektur mit dem Ausbau des BSI zur Zentralstelle, der weitere Ausbau und die Erneuerung von Netzen und IT-Systemen der Verwaltung, die Stärkung der Sicherheitsbehörden zur Verfolgung von Cyber-Crime sowie die Verbesserung der Abwehrfähigkeiten gegen Cyber-Angriffe sind wichtige und notwendige Schritte für eine eng verzahnte föderale Cyber-Abwehr und eine effektive und effiziente Aufstellung im Cyber-Raum.

Zahl der Schwachstellen steigt weiter

Jede Schwachstelle in Soft- oder Hardware-Produkten ist ein potenzielles Einfallstor für Angreifer und gefährdet die Informationssicherheit in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Jahr 2021 wurden über 20.000 Schwachstellen in Software-Produkten registriert. Das entspricht einem Zuwachs von 10 % gegenüber dem Vorjahr.

Maßnahmen für eine funktionierende digital vernetzte Gesellschaft

Der Vizepräsident des BSI, Dr. Gerhard Schabhüser, machte deutlich, dass die Bedrohungslage im Cyber-Raum angespannt, dynamisch und vielfältig und damit so hoch wie nie ist. In einer digitalisierten Welt hängt das Wohlergehen der Bevölkerung stärker als jemals zuvor davon ab, wie gut wir uns gegen IT-Sicherheitsvorfälle gerüstet haben. Jedes Computersystem, das nicht gehackt werden kann, jede digitale Dienstleistung, die nicht gestört werden kann, ist ein elementarer Beitrag zu einer funktionierenden digital vernetzten Gesellschaft. Mit den richtigen Maßnahmen kann der Bedrohungslage begegnet werden. Beim Thema Cyber-Sicherheit dürfe keinen Deut nachgelassen werden.

Größte Bedrohung im Cyber-Bereich

Ransomware-Angriffe, also Cyber-Angriffe auf Unternehmen, Universitäten und Behörden, mit dem Ziel, Lösegeld zu erpressen, gilt aktuell als größte Bedrohung im Cyber-Bereich. So ist es im Berichtszeitraum zu mehreren Ransomware-Vorfällen gekommen, bei denen Kommunen in Deutschland angegriffen wurden. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wurde infolge eines Cyber-Angriffs von der betroffenen Kommune (Anmerkung: Landkreis Anhalt-Bitterfeld) der Katastrophenfall ausgerufen.

Anmerkung:

Der Jahresbericht des BSI macht einmal mehr deutlich, dass auch für Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden die Gefahr von Cyber-Angriffen weiter steigt. Um möglichen Angriffen vorzubeugen, ist vor allem eine bessere Zusammenarbeit aller föderalen Ebenen notwendig. Dabei geht es nicht nur um Prävention und Gefahrenabwehr, sondern auch um die konkrete Vorbereitung auf Schadensfälle und Attacken. Eine schnelle und der Situation angemessene Krisenreaktion vor Ort ist von entscheidender Bedeutung, um Auswirkungen zu minimieren. Zur bestmöglichen Vorbereitung und einem hohen Schutzlevel ist aber auch die Zusammenarbeit mit den privaten Anbietern unabdingbar. Das BSI muss deshalb gestärkt werden und Beratungsangebote für alle staatlichen Ebenen sind auszubauen.

Der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2022 kann kostenfrei unter www.bsi.bund.de aufgerufen werden.

28.11.2022