Übung LÜKEX 2026 im Zeichen von Dürre und Hitze
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) startet in das Übungsjahr der Krisenmanagementübung LÜKEX 2026 und verzeichnet nach eigenen Angaben einen Rekord an teilnehmenden Organisationen. Die zentrale Kernübung soll im November 2026 stattfinden und ein Dürre- und Hitzewellen-Szenario nach mehrjähriger Trockenperiode in Deutschland und Europa durchspielen. Ziel sei es, das gesamtstaatliche Krisenmanagement unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Im Fokus stünden strategische Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung, der Umgang mit sektorenübergreifenden Folgewirkungen sowie eine belastbare Krisenkommunikation. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat sich im Rahmen der Vorbereitungen im vergangenen Jahr ebenfalls mit Empfehlungen zur Kommunikation und Organisation im Gespräch mit dem BBK eingebracht.
Laut der Pressemitteilung des BBK basiere das Szenario unter anderem auf seiner Risikoanalyse „Dürre“ und werde gemeinsam mit Bund, Ländern und Fachbehörden weiterentwickelt. In dem Übungsbild würden mehrere aufeinanderfolgende Dürrejahre auf Bevölkerung, Umwelt, Wirtschaft und Infrastruktur erfolgen und eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius die Lage verschärfen.
Zur Vorbereitung habe es seit 2024 eine übergreifende Planbesprechung gegeben. Bis Ende 2025 seien zudem rund 30 Vertiefungsübungen in einzelnen Behörden und Organisationen durchgeführt worden, deren Ergebnisse in die Konzeption der Kernübung einflössen.
Das BBK erwartet, dass die LÜKEX die Strukturen, Entscheidungsfähigkeit und Zusammenarbeit in Bund und Ländern stärken wird. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels würden Szenarien wie Dürre und Hitzewellen realistischer. Deshalb brauche es robuste Abläufe, um die Resilienz Deutschlands in komplexen Krisenlagen zu erhöhen.
Weiter führt das BBK aus, dass zehn Bundesländer mit etwa 55 Landesministerien und mehr als 20 Bundesbehörden aktiv mit üben würden. Zusätzlich seien Hilfsorganisationen, Betreiber Kritischer Infrastrukturen und Kooperationsplattformen eingebunden. Weitere rund 70 Organisationen nähmen begleitend teil und nutzten die Übung für die Weiterentwicklung eigener Krisenmanagementstrukturen. Damit werde das Zusammenwirken vieler Akteure entlang eines gemeinsamen Lagebilds erprobt.
Anmerkung:
Aus kommunaler Sicht ist entscheidend, dass Versorger und Krisenmanagement bei Dürre und Hitze auch vor Ort handlungsfähig bleiben – von der Trinkwasserversorgung über Gesundheits- und Sozialdienste bis hin zu Ordnung und Zivilschutz. Es wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass Extremwetterereignisse Städte und Gemeinden unmittelbar treffen und Anpassungsmaßnahmen in der Fläche dauerhaft finanziell hinterlegt werden müssen. Kernpunkt unserer Forderung bleiben daher weiter verlässlich Finanzierungsgrundlagen und Planbarkeit, damit Kommunen ihre Resilienz stärken und Strukturen für lange, belastende „Hitzelagen“ ausbauen können.