Abschlussbericht der Bedarfsanalyse zur Prävention häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat den Abschlussbericht sowie den Materialband der Bedarfsanalyse zur Prävention geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt veröffentlicht.
Die Analyse wurde im Rahmen der Bund-Länder-Zusammenarbeit erarbeitet und liegt sowohl in einer Lang- als auch in einer Kurzfassung vor.
Erstmalig hat die Bedarfsanalyse bundesweit Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt gegen Frauen erfasst, analysiert und ausgewertet. Die Studie bietet aktuelle Erkenntnisse über das bestehende Präventionsangebot, die erreichbaren Wirkungen und ungedeckte Bedarfe.
Die Bedarfsanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass Präventionsangebote gegen geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt bundesweit zwar vielfältig sind, jedoch regional sehr unterschiedlich ausgeprägt und häufig nicht dauerhaft abgesichert. Viele Maßnahmen sind projektfinanziert, zeitlich befristet und erreichen bestimmte Zielgruppen nur eingeschränkt – insbesondere Frauen mit Mehrfachbelastungen, Menschen mit Behinderungen oder mit Migrations- und Fluchterfahrung. Zudem bestehen Lücken bei der systematischen Wirkungsüberprüfung und bei der nachhaltigen Verankerung erfolgreicher Ansätze.
Besonders betont wird die zentrale Rolle der Kommunen: Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden sind häufig erste Anlaufstellen für Betroffene und tragen maßgeblich zur Prävention, Früherkennung und Unterstützung bei. Jugendhilfe, Sozial- und Ordnungsbehörden, Gleichstellungsstellen, Schulen, Kitas, Gesundheitsdienste sowie freie Träger wirken dabei zusammen. Die Analyse zeigt, dass wirksame Prävention vor allem dort gelingt, wo kommunale Akteure gut vernetzt sind, klare Zuständigkeiten bestehen und Prävention als Querschnittsaufgabe verstanden wird.
Als wichtige Handlungsfelder benennt der Bericht unter anderem den Ausbau früher und langfristiger Präventionsangebote, die Stärkung von Fachkräften durch Qualifizierung und Sensibilisierung sowie die bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Für Kommunen liefert die Bedarfsanalyse damit eine fundierte fachliche Grundlage, um bestehende Angebote weiterzuentwickeln, kommunale Präventionskonzepte zu schärfen und zukünftige Förder- und Umsetzungsentscheidungen strategisch auszurichten.
Der vollständige Bericht ist auf der Website des BMBFSFJ unter www.bmbfsfj.bund.de abrufbar.
Anmerkung
Für Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden liefert der Bericht wichtige Grundlagen zur Weiterentwicklung kommunaler Präventions- und Unterstützungsstrukturen. Er macht deutlich, dass kommunale Akteure – insbesondere Jugend-, Sozial- und Ordnungsbehörden sowie freie Träger – eine zentrale Rolle bei Prävention, Schutz und Hilfeangeboten einnehmen.
Die Ergebnisse können als fachliche Grundlage für kommunale Konzepte, Vernetzung vor Ort und zukünftige Förder- und Umsetzungsfragen genutzt werden.