Weltwassertag und Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie
Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt und soll alljährlich an die Besonderheiten von Wasser als eine der essenziellen Ressourcen des Lebens erinnern, insbesondere auch daran, dass unzählige Menschen weltweit u. a. unter Wasserknappheit und den Folgen des Klimawandels leiden. Deshalb soll an diesem Tag besonders auf die globalen Herausforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit des Wassers aufmerksam gemacht werden. 2026 stand der Weltwassertag unter dem Motto „Water an gender“; „Wasser und Geschlecht“. Der mit diesem Motto verbundene Slogan, „Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung“ macht auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam. Wasserknappheit trifft alle Menschen in betroffenen Regionen; jedoch sind es primär Frauen und Mädchen, die in vielen Regionen die Hauptlast der mangelnden Versorgung tragen.
Anlässlich des Weltwassertages startete das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) eine neue Online-Beteiligungsplattform zur Nationalen Wasserstrategie. Neben Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Wirtschaft, Industrie, Verbänden sowie weiteren Akteuren sind auch die Kommunen eingeladen, ihre Perspektiven zum Thema Wasser einzubringen und ihren Beitrag zum Schutz unserer Gewässer und unseres Wassers sichtbar zu machen. Die Nationale Wasserstrategie (NWS), die die Bundesregierung 2023 beschlossen hat, setzt mit ihren 78 Maßnahmen den Rahmen, um Wasserressourcen langfristig zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften. Die Umsetzung der NWS gelingt dabei nur gemeinsam mit den vielen Akteurinnen und Akteuren vor Ort.
Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärt in einer Pressemeldung: „Wasser geht uns alle an und ist unsere Lebensgrundlage. Diese wertvolle Ressource steht jedoch zunehmend unter Druck – durch den Klimawandel, Extremwetter, steigende Nutzung und Verschmutzung. Mit der Nationalen Wasserstrategie schaffen wir die Grundlage dafür, unsere Wasserressourcen auch in Zukunft zu sichern und unsere Gewässer besser zu schützen. Früher ging es zum Beispiel darum, Regenwasser so schnell wie möglich abfließen zu lassen. Heute wollen wir mit der Schwammlandschaft und der Schwammstadt Wasser als wertvolle Ressource möglichst in der Landschaft halten. Mit mehr natürlichen und wo nötig auch technischen Wasserspeichern sind wir besser auf Trockenzeiten und Starkregenereignisse vorbereitet. Wo Wasser in Dürrezeiten knapp wird, kommt es außerdem darauf an, dass gemeinsam erarbeitete Leitlinien für transparente Entscheidungen sorgen. Entscheidend ist deshalb Wasserressourcenschonung und Wasserschutz, aber auch die Abstimmung vor Ort in Kommunen, Unternehmen, Verbänden, Wirtschaft, Industrie und Initiativen. Mit der neuen Beteiligungsplattform machen wir sichtbar, wo bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt werden und wirken. Ich lade Sie alle herzlich ein, Ihre Erfahrungen und Beiträge einzubringen.“
Die Online-Plattform bietet auch für Kommunen die Möglichkeit, ihre Projekte und Maßnahmen auf einer Projektkarte einzutragen. So wird sichtbar, wo und wie die Nationale Wasserstrategie bereits umgesetzt wird – und welche Ansätze besonders gut übertragbar sind und wir voneinander lernen können.
Die Beiträge und Umfrageergebnisse fließen in einen Bericht zum aktuellen Stand der Nationalen Wasserstrategie und der Weiterentwicklung der Wasserpolitik in Deutschland ein. Dieser Statusbericht soll Anfang 2027 veröffentlicht werden. Besonders anschauliche Umsetzungsbeispiele sollen darin sowie bei Fachveranstaltungen vorgestellt werden.
Die NWS ist als integrierter Umsetzungsprozess angelegt, um bis 2050 den Schutz der natürlichen Wasserressourcen und die nachhaltige Nutzung von Wasser in Zeiten des globalen Wandels in Deutschland in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zum Wohle von Mensch und Umwelt zu verwirklichen.
Die Beteiligungsplattform ist vom 22. März bis zum 4. Mai 2026 online. Hier erhalten Sie auch weitere Informationen zur Nationalen Wasserstrategie: https://beteiligung.bundesumweltministerium.de/de/ihr-beitrag-wasserstrategie
In Sachsen-Anhalt hat der Gesetzgeber u. a. mit dem Gesetz zur Verbesserung des Wassermanagements vom 01.10.2025 wichtige Rahmenbedingungen zum Erreichen der Zielstellungen der NWS, z. B. einen verbesserten Wasserrückhalt in der Fläche, geschaffen. Grundsätzlich ist also ein Rechtsrahmen vorhanden, der die Umsetzung von Projekten in den Kommunen ggf. auch in Gemeinschaft mit anderen Akteuren ermöglicht. Mit der Projektkarte will das BMUKN Beiträge zur Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie sichtbar machen und zeigen, wo bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Die Abfrage soll helfen, Projekte besser einzuordnen, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen zu verstehen sowie Bedarfe für die weitere Umsetzung zu identifizieren. Mit einer Rückmeldung zu bereits umgesetzten oder in Umsetzung befindlichen Projekten können die Kommunen einen Beitrag leisten, um voneinander lernen zu können und gemeinsam die Transformation hin zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser voranzubringen.