EU-Kommission veröffentlicht Strategien zu Bildung in Europa

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Die Schließungen von (Aus-)Bildungsstätten im Rahmen der COVID-19-Pandemie hatten und haben gravierende Auswirkungen auf die (Aus-)Bildungssysteme in ganz Europa wie auch auf das Leben der Menschen. Am 30.09.2020 hat die Europäische Kommission daher zwei Initiativen auf den Weg gebracht: eine Vision für den europäischen Bildungsraum sowie einen Aktionsplan für digitale Bildung.

Der Aufbau eines Europäischen Bildungsraums bis 2025 steht im Zentrum der ersten Initiative der Europäischen Kommission, die an bereits erreichte Verbesserungen im Bildungssektor anknüpft. Gelder des europäischen Aufbauplans (NextGenerationEU) sowie des Programms Erasmus+ sollen entlang von sechs Dimensionen investiert werden:

  1. Qualität in Bildung und Ausbildung
  2. Inklusion und Gleichstellung der Geschlechter
  3. Ökologischer und digitaler Wandel
  4. Lehrkräfte
  5. Hochschulbildung
  6. Ein stärkeres Europa in der Welt

Darüber hinaus werden mit Umsetzung der Initiative verbesserte Bedingungen für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit sowie ein Rahmen für den Austausch zwischen verschiedenen Interessenträgern im Bildungsbereich geschaffen, unter anderem um Reformen leichter umsetzen zu können. Die Vision zum Europäischen Bildungsraum gilt als Ausgangspunkt für das Aufstellen weiterer Gesetzesvorschläge. Dadurch möchte die EU-Kommission ihre aufgestellten Ziele erreichen, wie beispielsweise den Anteil der 15-Jährigen mit schlechten Leistungen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften auf unter 15 Prozent zu senken.

Mit dem Aktionsplan für digitale Bildung (2021 - 2027) wird ein besonderer Schwerpunkt auf hochwertige, inklusive und zugängliche digitale Bildung in Europa gelegt. Auch bei dieser Initiative werden die Mitgliedstaaten zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit anderen Staaten wie auch mit Interessengruppen aufgerufen. Um Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, wird auf europäischer Ebene eine entsprechende Plattform eingerichtet sowie ein Netz nationaler Beratungsdienste geschaffen werden. Es stehen zwei langfristige strategische Prioritäten im Vordergrund: Zum einen die Förderung der Entwicklung eines leistungsfähigen digitalen Bildungsökosystems, zum anderen die Verbesserung der digitalen Kompetenzen für den digitalen Wandel. Margaritis Schinas, EU-Kommissions-Vizepräsidentin, fasst den Umfang des Aktionsplans zusammen: „Mit dem Aktionsplan für digitale Bildung schlagen wir neue europaweite Lern- und Kooperationsinitiativen vor - für unsere Jugend, für unsere Bürgerinnen und Bürger, für unseren Wohlstand.“