Europäisches Jahr der Schiene

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„Klimaneutralität bis zum Jahr 2050“ - so lautet das Ziel, welches im europäischen Green Deal festgelegt wurde. Eine der großen Herausforderungen stellt dabei der Verkehrssektor dar. Auf ihn sind ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU zurückzuführen - und sie nehmen weiter zu. Die Schiene emittiert weitaus weniger CO2. In 2018 entfielen 72 Prozent der Treibhausgasemissionen auf den Straßenverkehr. Die Schiene verursachte im selben Jahr lediglich 0,5 Prozent der Emissionen. Um dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 einen deutlichen Schritt näher zu kommen, müssten die verkehrsbedingten Emissionen um ca. 90 Prozent gesenkt werden. Das Ausbauen des Schienenverkehrs würde eine entscheidende Rolle dabei spielen.

In Fragen der Mobilität und insbesondere in Bezug auf Klimaneutralität, Energieeffizienz, Krisenresilienz und Sicherheit ist die Antwort: „Bahnfahren“. Der Schienenverkehr ist umweltfreundlich, bequem und sicher. Um das Bahnfahren weiter zu fördern, erzielten das Europäische Parlament und der Rat am 12.11.2020 eine vorläufige Einigung über die Ausrufung des Jahres 2021 zum „Europäischen Jahr der Schiene“. Die Europäische Kommission hatte diese Initiative im März 2020 bereits vorgeschlagen, um die Schiene als sicheren, innovativen und nachhaltigen Verkehrsträger zu fördern und ihre Vorteile in den Vordergrund zu stellen. Es diene aber auch dazu, sie effizienter und erschwinglicher zu machen. Damit geht die EU einen großen Schritt auf dem Weg, den europäischen Verkehrssektor zu dekarbonisieren.

Im Zentrum dieser Initiative steht die Durchführung mehrerer Veranstaltungen im Jahre 2021, die den Anteil von Gütern und Personen, die im Eisenbahnverkehr befördert werden, steigern sollen. Dabei wurden drei Ziele konkret formuliert:

  1. Das Geben von Impulsen und die Ermutigung von Touristen, Geschäftsleuten und Herstellern, den Schienenverkehr zu nutzen
  2. Sensibilisierung für die grenzüberschreitende europäische Dimension des Schienenverkehrs
  3. Steigerung des Beitrages durch den Schienenverkehr in der Industrie und der Gesellschaft in der EU

Die Kommission soll zudem zwei Machbarkeitsstudien durchführen. Die erste Studie wird sich mit der Schaffung eines europäischen Labels zur Förderung von Gütern und Produkten, die auf der Schiene transportiert werden, beschäftigen.

Die zweite Studie soll einen Anbindungsindex für den Schienenverkehr schaffen.

Die Europäische Kommission soll den Rat und das Europäische Parlament vor Ende März 2021 über ihre Pläne unterrichten.

Die Agentur der Europäischen Union für Eisenbahnen (ERA) wird im Rahmen der Initiative an Bedeutung gewinnen. Sie ist seit dem 31.10.2020 die einzige europäische Zertifizierungsstelle für Schienenfahrzeuge und Eisenbahnverkehrsunternehmen. Sie wird im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung die Verantwortung für die Fahrzeugzulassung, die Sicherheitszertifizierung und die streckenseitige Zulassung des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems (ERTMS) in allen Mitgliedstaaten übernehmen.