Hitzerekord in Deutschland: Reicht das Wasser?

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Sachsen-Anhalt hat erneut einen heißen und zu trockenen Sommer erlebt. Die Menschen müssen bei Hitze mehr trinken als an üblichen Tagen. Gleichzeitig bewegen Sie sich gerne aufgrund des Sommerwetters an der frischen Luft und verbrauchen mehr Flüssigkeit. Die Trockenheit führt auch dazu, dass Gärten und landwirtschaftliche Flächen mit viel Wasser gesprengt werden müssen. Aber auch die Industrie hat einen erhöhten Wasserbedarf. Vor allem, um die Kühlung ihrer Anlagen zu gewährleisten. Beispielsweise steigt der Wasserverbrauch in Leipzig von ungefähr 100.000 Litern am Tag an besonders warmen Tagen auf gut 130.000 Liter. Kurzum, der Hitzerekord-Sommer führt zu einer Maximalbelastung der Wasserwirtschaft in Deutschland.

Droht Deutschland Wasserknappheit? Die Wasserwirtschaft und das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau verneinen diese Frage. Zwar habe sich der Grundwasserpegel vielerorts auch wegen des Hitzesommers 2018 bis heute nicht vollständig erholt; konkrete Zahlen liegen laut UBA für das vergangene Jahr jedoch noch nicht vor. Akuter Wassermangel bestehe aber grundsätzlich noch nicht. Laut UBA liegt ein „Wasserstress“ vor, wenn die gesamte Wasserentnahme eines Jahres mehr als 20 Prozent der Mengen an nutzbarem Grund- und Oberflächenwasser betrage. Nach den letzten bekannten Zahlen für 2016 waren es lediglich 12,8 Prozent. Die öffentliche Wasserversorgung beanspruchte 2,7 Prozent bei der Entnahme. Hauptnutzer waren zum Beispiel Industrie und Kraftwerke. Die Landwirtschaft verbraucht laut Bauernverband in Deutschland bisher rund 0,2 Prozent des insgesamt verfügbaren Wassers.

Dennoch sensibilisiert die Wasserwirtschaft, unter anderem n Brandenburg und Schleswig-Holstein, die Menschen für einen schonenden Wassereinsatz. Denn die Versorgungsicherheit sei insbesondere bereits 2018 zu Spitzenzeiten kritisch gewesen. In einigen Orten sei zweitweise kaum noch kontinuierlich Wasser aus der Leitung gekommen, weil zu viele Menschen gleichzeitig Wasser gezapft hätten. Einige Wasserversorger verzeichneten am späten Nachmittag und Abend eine historisch hohe Nachfrage an Wasser. Die Sensibilisierung sei auch im Interesse der Wasserkunden. Denn die Wasserwirtschaft müsse neue Wege finden, dem Wassermangel entgegenzutreten. Beispielsweise durch das Bohren neuer, tieferer Brunnen, was mit Mehrkosten verbunden ist. Es gibt allerdings auch einzelne Regionen, in denen Wassermangel herrscht. Auch gab es 2018 bereits regionale Probleme beim Wasser aufgrund landwirtschaftlicher Düngung. Dies führte dazu, dass zum Teil nicht auf zusätzliche örtliche Ressourcen zugegriffen werden konnte, da in diesen Landflächen die Nitratwerte zu hoch waren.

Eine Einteilung der Wasserverteilung ist momentan nicht vorgesehen. Jedoch schließt das UBA eine Wasserverteilung nach Priorität nicht mehr aus, sollte es auch weiterhin nicht ausreichend Niederschläge geben.

Anmerkung:

Wasser ist als Lebensmittel eines unserer kostbarsten Güter. Die Wasserversorgung ist in Deutschland als Kernaufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge in der überwiegenden Zuständigkeit der Kommunen.

Wasser ist für die Menschen in Deutschland eine Selbstverständlichkeit geworden. Trinkwasser fließt einfach aus der Leitung. Sauber bzw. in hervorragender Qualität, kontrolliert und zu jeder Tag- und Nachtzeit verfügbar. Ein Liter Trinkwasser kostet in Deutschland im Durchschnitt rund 0,2 Cent.

Die Infrastruktur der Wasserwirtschaft ist bei globaler Betrachtung grundsätzlich in einem guten Zustand aufgrund der weitsichtigen, nachhaltigen und generationengerechten Bewirtschaftung durch die Kommunen in den letzten Jahrzehnten. Allerdings befindet sich die Wasserwirtschaft allgemein in einer Umbruchphase. Denn sie wird durch viele neue Themenfelder erweitert. Beispiele hierfür sind der Umgang mit Extremwetterereignissen, die Belastung des Abwassers durch Nitrate und Medikamente sowie die Einbindung der Wasserwirtschaft in die Energiewende mittels Klärschlammverbrennung. Nicht zuletzt ist die Frage der Digitalisierung der gesamten Wasserwirtschaft von erheblicher Bedeutung. Diese komplette Neuausrichtung, die auch vom Bund maßgeblich vorangetrieben wird, stellt die Kommunen bezüglich der Finanzierung und Organisation vor immense Herausforderungen.

Extremwetterereignisse wie Starkregen, Stürme oder längere Dürre- und Hitzeperioden werden zum Normalfall. Damit wird neben dem Klimaschutz die Vorsorge gegen Klimaschäden in den Kommunen wichtiger. Im Rahmen des Nationalen Wasserdialogs hat sich gezeigt, dass es wichtig ist, die Wasserwirtschaft in vielen Bereichen für die Zukunft neu aufzustellen. Viele der Akteure berichten von den Problemen, die der Klimawandel bereits heute für die Wasserwirtschaft mit sich bringt. Gleichzeitig wird konstruktiv an Lösungen gearbeitet. Die kommunalen Spitzenverbände arbeiten ebenfalls aktiv mit und versuchen vor allem Ansätze zu finden, die auch kommunal umsetzbar sind. Hierfür ist unabdingbar, dass genügend Mittel für die technische und personelle Umsetzung durch den Bund und die Länder zur Verfügung gestellt werden.

29.08.2019