Kommunalverwaltungen sind Vorreiter beim Einsatz von Elektroautos
Eine Städteumfrage der Agora Verkehrswende zeigt, dass bereits jeder fünfte Pkw in den Fuhrparks der teilnehmenden Kommunen elektrisch ist. An der Umfrage haben 199 deutsche Städte mit insgesamt 4.687 Pkw teilgenommen. Diese positive Entwicklung gilt es weiter finanziell zu fördern, damit die Kommunen ihrer Vorreiterrolle weiter gerecht werden können. Da mit der europäischen Clean-Vehicles klare Vorgaben bei der Fahrzeugbeschaffung bestehen, sind ergänzende Quotenregelungen aus kommunaler Sicht derzeit nicht zielführend.
Jedes fünfte Auto in den Fuhrparks deutscher Kommunen verfügt bereits über einen elektrischen Antrieb. Das ist deutlich mehr als im bundesweiten Pkw-Bestand oder in Unternehmensflotten. Dort liegt der Anteil an Elektroautos, rein batterieelektrisch und hybridelektrisch mit Ladestecker (Plug-in-Hybrid), nur bei 1,8 beziehungsweise 8,6 Prozent. Bisher haben sich allerdings nur 13 Prozent der Kommunen klare Ziele für die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten gesetzt.
Anschaffungskosten gelten als größtes Hindernis
Laut der Umfrage ist die Elektrifizierung von kommunalen Pkw-Flotten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am weitesten fortgeschritten. Dort liegt der Anteil von Elektroautos bereits bei rund 25 Prozent. Bei der Ladeinfrastruktur schneidet Sachsen-Anhalt mit über sieben Ladepunkten pro Elektroauto am besten ab; im Durchschnitt liegt dieser Wert bei 2,2. Drei Viertel der Städte haben bereits Ladeinfrastruktur aufgebaut. Auf jede Stadt kommen im Mittel sechs Ladepunkte.
Unter den wenigen Städten, die konkrete Ziele für die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten festgelegt haben, sind einzelne, sowohl kleine als auch große, die bereits bis 2025 vollständig auf Elektrofahrzeuge umstellen wollen. Das größte Hindernis sehen die befragten Kommunen in den Anschaffungskosten. Entsprechend schätzen sie finanzielle Unterstützung als hilfreichste Maßnahme ein. Vorbehalte gegenüber der Technologie sind dagegen kein Problem. Nach Einschätzung der Stadtverwaltungen ist die Akzeptanz unter denen, die die Elektroautos fahren, zu fast 80 Prozent gut oder sehr gut.
Anmerkung:
Die Ergebnisse der Umfrage belegen zum einen die Vorreiterrolle vieler Kommunen bei der Elektrifizierung von Dienstfahrzeugen. Die Kommunen sorgen seit Jahren mit ihren E-Flotten bereits für Sichtbarkeit von alternativen Antrieben im Stadtbild. Zum anderen hilft der Einsatz der Fahrzeuge das Know-how unter den Mitarbeitenden der Kommunalverwaltungen für alternative Antriebe auszubauen und sich aktiv auch mit den Anforderungen der Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs zu beschäftigen. Die Förderung der Elektrifizierung kommunaler Fuhrparks sollte ausgebaut werden, damit eine noch umfangreichere Umstellung auf alternative Antriebe nicht an fehlenden finanziellen Mitteln vor Ort scheitert. Zusätzliche Quotenregelungen sind abzulehnen, da bereits mit der europäischen Clean-Vehicles-Directive (CVD) und dem entsprechenden Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungsgesetz in Deutschland umfangreiche Vorgaben bei der öffentlichen Fahrzeugbeschaffung bestehen. Auch wenn es gerade im Pkw-Bereich hierbei Ausnahmen gibt, stellen die Vorgaben der CVD in der Fläche eine besondere Herausforderung dar. Die Umfrage der Agora Verkehrswende zeigt gerade, dass die Elektrifizierung im Pkw-Bereich auch ohne Quotenvorgaben bei den Kommunen funktioniert.
Das Faktenblatt der Agora Verkehrswende „Aufwind für E-Flotten in Kommunen. Stand und Perspektiven der Pkw-Elektrifizierung in deutschen Stadtverwaltungen“ steht unter: https://www.agora-verkehrswende.de/veroeffentlichungen/aufwind-fuer-e-flotten-in-kommunen/ kostenlos zum Download zur Verfügung.