Magdeburger Blühwiesen - Ein Beitrag zur Förderung der Biodiversität
von Margret Briehm, Landeshauptstadt Magdeburg
Der durch wissenschaftliche Studien belegte Rückgang von „Biomasse“ und Artenvielfalt der Insektenfauna wird nunmehr auch von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert. Besonderer Augenmerk gilt der Rolle der Bestäuberinsekten im Ökosystem.
In der Landeshauptstadt Magdeburg ist man bezüglich der Förderung der Nahrungsgrundlage von Bestäuberinsekten bereits seit einigen Jahren aktiv. Seit dem Jahr 2008 gibt es diesbezüglich Kontakte der Stadtverwaltung zum hiesigen Imkerverein. Im Jahr 2009 fand der alljährliche Landschaftstag des Umweltamtes unter dem Motto „Städtisches Grün als Lebensraum für Bestäuberinsekten“ statt. Ein Vortrag dieser Veranstaltung stellte die Bedeutung artenreicher Ansaaten zur Förderung der Nahrungsgrundlage für Insekten anschaulich an Beispielen aus Bayern dar. In Auswertung dessen wurden im Jahr 2010 auf Anregung des Umweltamtes durch den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe erste Flächen mit artenreichen Ansaaten angelegt. Diese „Pilotflächen“ zeigten unterschiedliche Erfolge. Als Reaktion darauf wurde die Ansaatmischung geändert. Eine weitere Erkenntnis war, dass man nicht (wie in dem o. g. Vortrag dargestellt) 5 Jahre auf eine Mahd verzichten kann. Je nach Art der Fläche ist zumindest einmal pro Jahr nach der Hauptblüte und dem Ausreifen der Samen eine Mahd mit Beräumung des Mähgutes für eine längerfristige Erhaltung einer artenreichen Flora auf den Flächen förderlich. Wenn es sich nach dem Auflaufen des Saatgutes zeigt, dass anstatt der erhofften Artenvielfalt Beikräuter wie Melde und Beifuß die Flächen dominieren, ist ggf. auch ein zeitiger Schröpfschnitt vonnöten. Weitere Blühwiesen wurden in den Jahren 2017 und 2018 angelegt. Das Thema Blühwiesen ist aber auch außerhalb der kommunalen Flächen präsent. So wurden seitens der Magdeburger Verkehrsbetriebe artenreiche Ansaaten auf Flächen entlang neuer Straßenbahntrassen ausgebracht. Eine sehr schöne Blühwiese befindet sich auf dem Gelände der Katholischen Erwachsenenbildung in der Lutherstraße.
Dass die Bemühungen nicht umsonst waren, belegt die im Rahmen eines Projektes der FH Bernburg vorgelegte Masterarbeit „Blütenbesuchende Insekten im Stadtgebiet von Magdeburg - vergleichende Untersuchung von Grünflächen hinsichtlich ihrer Artenvielfalt unter besonderer Berücksichtigung der Gruppe Wildbeinen, Schwebfliegen, Tagfalter, Käfer und Wanzen“ (Autoren André Schwuchow, Nancy Manke). Erfreuliches Ergebnis ist, dass auf den mit der Blühmischung angelegten Flächen eine höhere Artenanzahl festgestellt werden konnte (im Durchschnitt 78 Arten) als auf den erfassten Vergleichsflächen in den Parkanlagen (im Durchschnitt 38 Arten).
Das Thema Blühwiesen ist in der Landeshauptstadt Magdeburg noch lange nicht abgeschlossen. Weitere Flächen sollen angelegt werden. Es bleibt spannend.