Nachwuchsbarometer Öffentlicher Dienst

Studenten

Die Beratungsagentur Next:Public hat in einer Studie die Bedürfnisse und Wünsche von Studierenden untersucht und herausgearbeitet, was Verwaltungen zukünftig anbieten müssen, um für hochqualifizierte Bewerber attraktiv zu sein. Das Nachwuchsbarometer gibt auch Tipps und Handlungsempfehlungen für Verwaltungen, wie sie in Zukunft spezifische Bewerbergruppen ansprechen und sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren können.

Next:Public hat sich dabei mit folgenden Fragen auseinandergesetzt: Was tun gegen den Nachwuchsmangel im Rathaus? Mit welchen Bedürfnissen und Wünschen von Studierenden müssen sich Verwaltungen künftig auseinandersetzen? Wie können Kommunen hochqualifizierte Bewerber ansprechen und neue Talente gewinnen?

Dafür wurden über vier Monate hinweg fast 4.000 Studenten aller Fachrichtungen aus ganz Deutschland befragt, von denen 2.000 die Umfrage komplett beendet haben.

Nachwuchsmangel: Das sind die wichtigsten Kennzahlen

Deutschlands Studenten haben eine grundsätzlich positive Einstellung zum Öffentlichen Dienst als Arbeitgeber. So streben 58 Prozent der Befragten eine Tätigkeit im Öffentlichen Dienst an und 44 Prozent hoffen auf eine Verbeamtung. Gerade die „staatsnahen“ Studiengänge Verwaltungswissenschaften und Rechtswissenschaften weisen hier hohe Quoten auf, während sich nur ein Drittel der befragten Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker vorstellen kann, nach Beendigung des Studiums in der öffentlichen Verwaltung zu arbeiten.

Handlungsempfehlungen

Um attraktiv für die Fachkräfte von morgen zu sein, gibt die Studie einige Empfehlungen. So erwarten die Studienabgänger eine moderne IT-Ausstattung, sowohl am Arbeitsplatz als auch durch Smartphones, Tablets und Laptops. Insgesamt sollte das digitale und mobile Arbeiten in den Strukturen der Arbeitgeber fest verankert sein, damit diese für die Studienabsolventen attraktiv werden.

Auch der Bewerbungsprozess sollte schnell und transparent ablaufen. Studierende wünschen sich einen Bewerbungsprozess, der im Schnitt maximal zweieinhalb Monate dauert. Die Verwaltungen müssen sich zukünftig „One-Click-Bewerbungen“ öffnen und sollten sich in die Lage versetzen, qualifizierten und gefragten Bewerbern sofort eine Zusage zu erteilen, bevor ihnen ein anderer Arbeitgeber zuvorkommt.

Das Thema „Work-Life-Balance“ ist für die Studierenden auch von enormer Bedeutung. Einem Großteil der Studierenden ist eine flexible Ausgestaltung der Arbeitszeit im Sinne von Vertrauensarbeitszeit wichtig. Die Hälfte aller Studienteilnehmer gab an, dass „Work-Life-Balance“ für sie ein wichtiges Kriterium sei, ebenso wie Möglichkeiten zu Sabbaticals oder Arbeitszeitkonten. Fast genauso wichtig ist den jungen Menschen das „Mobile Arbeiten“.

Öffentlicher Dienst ist leider nicht gleich Öffentlicher Dienst

Obwohl die meisten Stellen im Öffentlichen Dienst in den Kommunen vergeben werden, stehen Bund und Länder bei den Studenten deutlich höher im Kurs. Nur jeder Fünfte nannte in der Umfrage ein kommunales Rathaus als „Ersten Anlaufpunkt für eine Bewerbung“. Als Hauptgrund für diese traurige Zahl fügt die Studie an, dass die Berufsperspektiven für Akademiker bei den Kommunen einfach nicht ausreichend bekannt seien. Hier gibt es also massiven Aufklärungsbedarf durch Kommunen. Daher ist es wichtig hier, auch zusammen mit der Wirtschaftsförderung, ein Personalmarketing für die eigene Verwaltung aufzubauen und die Vorzüge kommunaler Verwaltungen zu zeigen.

Die Studie ist im Internet abrufbar unter: www.nachwuchsbarometer-oeffentlicher-dienst.de.

24.06.2019