Neues Infoportal Extremismusprävention
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat ein neues „Infoportal Extremismusprävention“ freigeschaltet. Dort kann insbesondere auf einen „Präventionsatlas“ zugegriffen werden, der es möglich macht, gezielt nach Präventionsprogrammen und Angeboten in ganz Deutschland zu suchen.
Hintergrund:
Extremismus hat viele Facetten: Er kann religiös oder politisch motiviert sein, er kann Menschen zu extremen Gewalttaten anstiften oder Hass und Hetze im Internet verbreiten. Neben der Strafverfolgung ist die Prävention ein wichtiger Baustein, um Extremismus vorzubeugen, ihm entgegenzuwirken oder Menschen dabei zu helfen, aus ihrem radikalisierten Umfeld auszusteigen. Für diese Präventionsarbeit setzen sich viele Akteure ein: Neben staatlichen Institutionen engagieren sich auch Vereine oder Nichtregierungsorganisationen. Doch wer bietet welche Angebote an? Wo befindet sich die nächste Anlaufstelle? Diese Fragen beantwortet das neue „Infoportal Extremismusprävention“, das vom Bundeskriminalamt entwickelt wurde.
Der vom BKA gestaltete „Präventionsatlas“ erlaubt den Nutzerinnen und Nutzern der neuen Webseite, gezielt nach Präventionsprogrammen zu suchen. Es gibt Filterfunktionen – etwa nach dem Alter der Zielgruppe oder nach der Form des Extremismus – und eine anschauliche Karte, auf der die Ergebnisse angezeigt werden. Über 2000 Präventionsangebote aus ganz Deutschland sind auf der neuen Webseite bereits abrufbar. Und es sollen noch mehr werden, denn die Seite hat eine Kontaktfunktion. Vorschläge zu Präventionsangeboten können darüber im BKA eingehen, werden hier geprüft und dann in die Datenbank eingepflegt.
Auf der neu geschaffenen Webseite bietet das BKA außerdem umfassende Informationen zu verschiedenen Themenbereichen der Extremismusprävention an. So wurde das im vergangenen Jahr veröffentlichte „Handbuch Extremismusprävention“ für das Infoportal so aufbereitet, dass ein leichter Zugang zu dem darin enthaltenen Wissen möglich ist. Hier finden sich sowohl Informationen zu den verschiedenen Phänomenbereichen als auch zu den Prozessen der Radikalisierung. Darüber hinaus werden Ansätze der Präventionsarbeit sowie Praxiserfahrungen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vorgestellt und beleuchtet.
Bei dem Angebot des Infoportals steht insbesondere der Serviceaspekt im Fokus. So können die Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise einen individuellen Newsletter abonnieren oder die Seite in sozialen Netzwerken teilen. Zielgruppe des Infoportals sind sowohl Fachkräfte aus der Wissenschaft, aber auch Kommunen, Lehrerinnen und Lehrer oder Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, aber auch Betroffene und deren Angehörige, die sich über Präventionsangebote informieren möchten.
Die Erstellung der Webseite wurde im Rahmen einer Förderung durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat realisiert.
Die Webseite des Portals ist unter www.handbuch-extremismuspraevention.de oder www.extremismuspräventionsatlas.de abrufbar.