Positionspapier „Grün in der Stadt“ des Deutschen Städtetages

garten blumen

Das Präsidium des Deutschen Städtetages (DST) hat am 24. September 2019 das Positionspapier „Grün in der Stadt“ beschlossen. Hierüber informierte der DST mit Schreiben vom 02.12.2019 und erläuterte die Ziele und Inhalte wie folgt:

1. Ökologische Funktionen

„Grün in der Stadt“ ist für die Städte ein wichtiges Handlungsfeld für den Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Daher haben die Entwicklung und die Pflege der innerstädtischen Grün- und Freiflächen als grüne Lungen eine hohe Bedeutung. Insbesondere die wachsenden Städte und Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen. Vordringlichstes Ziel der baulichen Entwicklung ist hier die Innenentwicklung. Gleichzeitig müssen sie die sog. „doppelte Innenentwicklung“, also die gleichzeitige Entwicklung von Bau- und Grünflächen, bewältigen. Eckpunkte einer Planung, die dem Klimawandel gerecht wird, sind die Freihaltung von Kaltluftentstehungsgebieten und Frischluftschneisen sowie die Durchgrünung in dicht besiedelten Gebieten. Hierzu gehören eine intensive Dachbegrünung, die Pflanzung von Straßenbäumen und auch die Freihaltung von Grünflächen, um sommerliche Hitzeereignisse in ihrer Wirkung zu mindern und eine lebenswerte Stadt zu erhalten.

In den letzten Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Artenvielfalt sowohl in den ländlichen Außen- als auch in den urbanen Innenbereichen der Städte zu beobachten. Besonders besorgniserregend ist dabei der Rückgang der Insekten, die die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl anderer Tiere bilden. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die monotone Gestaltung von Hausgärten und die Versiegelung von Vorgärten, aber auch die Anlage kostengünstiger, strukturarmer öffentlicher Grünflächen sind nur einige Gründe für einen Rückgang der Artenvielfalt. Die Stärkung und Weiterentwicklung der Biodiversität im städtischen Grün ist deshalb ein wichtiges Ziel.

2. Soziale Wirkungen

Städtische Grün- und Freiflächen haben eine hohe soziale Bedeutung. Sie ermöglichen unterschiedliche Freizeitaktivitäten und sportliche Betätigungen. Die Gestaltung der unterschiedlichen Grünflächen muss daher unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden, was große Potentiale in der Stadtentwicklung heben kann, aber auch große Herausforderungen birgt. Hierzu zählen die Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur in Einklang mit der Vermeidung von Umweltbelastungen zu bringen und Kleingartenanlagen sinnvoll in das Umfeld zu integrieren. Damit sind sie ein wesentliches Merkmal einer lebenswerten Stadt.

3. Bürgerschaftliches Engagement

Das bürgerschaftliche Engagement und eine intensive Bürgerbeteiligung sind für die Weiterentwicklung des städtischen Grüns unabdingbar. Sie stärken das gemeinschaftliche Verantwortungsbewusstsein und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt und sind ein lebendiger Beweis für Demokratie und damit wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige integrierte Stadtentwicklung. Durch eine direkte Bürgerbeteiligung kann das Heimatgefühl maßgeblich gestärkt werden.

4. Finanzierung und Bewirtschaftung

Vielerorts sind die mit der Herstellung und Pflege neuer und bestehender Grünflächen einhergehenden Kosten ein häufig diskutiertes Thema. Vorrangig sollten Grünflächen nicht als Kostenfaktor, sondern als Qualitätsmerkmal und Standortfaktor einer Stadt herausgestellt werden, dennoch ist eine auskömmliche, finanzielle und personelle Ausstattung der Kommunen zur Erfüllung der hiermit verbundenen Aufgaben unerlässlich.

5. Integrierte Planung

Die Erarbeitung städtischer Freiraumkonzepte ist ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Sie erfordert ein intensives Zusammenwirken von Stadtentwicklungs-, Stadtplanungs-, Städtebau- sowie Umwelt- und Grünflächenämtern.

Das Positionspapier des DST ist in unserem Internetangebot abrufbar unter:

www.kommales-sachsen-anhalt.de
(SGSA/Mitgliederservice/Themengebiete/Bauen, Umwelt, Vergabe/Bauen).

30.01.2020