Schuldenstand der kommunalen Kernhaushalte in Sachsen-Anhalt 2018
Das Statistische Landesamt hat mit Pressemitteilung vom 18.06.2019 darüber informiert, dass der Schuldenstand der kommunalen Kernhaushalte in Sachsen-Anhalt zum 31.12.2018 rd. 2.761 Mio. Euro betrug. Dies waren nach Auskunft des Statistischen Landesamtes 3,5 v. H. bzw. 101 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem Jahresende 2014 ergibt sich eine Reduzierung der Schulden um 15,3 v. H. bzw. um 498 Mio. Euro.
Zudem verweist das Statistische Landesamt darauf, dass bei den drei kreisfreien Städten der Schuldenstand gegenüber dem Vorjahr um 36 Mio. Euro (6,5 v. H.) auf 588 Mio. Euro stieg. Im Vergleich zum Ende des Jahres 2014 wurde ein Schuldenrückgang um 97 Mio. Euro
(-14,2 v. H.) verzeichnet. Der Anteil der kreisfreien Städte an den kommunalen Schulden lag am Ende des Jahres 2018 bei 21,3 v. H.
Mit einem Schuldenstand von 711 Mio. Euro betrug der Anteil der 11 Landkreishaushalte 25,8 v. H. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der Stand der Schulden in den Landkreisen um 57 Mio. Euro bzw. 7,4 v. H. Fünf Jahre zuvor betrug der Schuldenstand bei den Landkreisen noch 884 Mio. Euro. Damit bauten die Landkreise in diesem Zeitraum 173 Mio. Euro (19,6 v. H.) Schulden ab.
Die Kernhaushalte der kreisangehörigen Gemeinden und Verbandsgemeinden verzeichneten mit einem Anteil von 52,9 v. H. mehr als die Hälfte der kommunalen Verbindlichkeiten. Diese Kernhaushalte verringerten den Schuldenstand gegenüber dem Vorjahr um 82 Mio. Euro auf 1.461 Mio. Euro. Der Rückgang betrug damit 5,3 v. H. Im 5-Jahres-Vergleich war das ein Abbau lt. Statistischem Landesamt von 229 Mio. Euro bzw. 13,6 v. H.
Das Statistische Landesamt bezieht sich bei allen Angaben auf die aggregierte Betrachtung der Kreditmarktschulden und Liquiditätskredite. Wir haben die vorliegenden Daten der Schuldenstatistik 2018 separat ausgewertet, wobei wir zwischen Kreditmarkt- und Liquiditätskreditschulden unterscheiden. Dabei erfolgt auch eine kommunalgruppenspezifische Übersicht der Verschuldung, differenziert nach Kreditmarkt- und Kassenkreditschulden sowohl beim nicht-öffentlichen als auch beim öffentlichen Bereich. Bei differenzierter Betrachtung wird deutlich, dass vor allem die Kreditmarktschulden sowohl bei der Gesamtheit der Kommunen als auch kommunalgruppenspezifisch deutlich zurückgegangen sind während die Liquiditätskredite insgesamt in etwa auf dem hohen Niveau von 2014 verharren. Zwischenzeitlich sind diese in 2016 gegenüber 2014 sogar auf einem neuen Rekordwert von 1.471 Mio. Euro angestiegen.
Auch die kommunalgruppenspezifische Entwicklung unterscheidet sich zum Teil. So ist auffällig, dass bei den kreisangehörigen Gemeinden die Kassenkredite gegenüber 2014 angestiegen sind, während sie bei den kreisfreien Städten und Landkreisen rückläufig waren.
Betrachtet man die einzelgemeindliche Verschuldungssituation 2018 bei den Liquiditätskrediten, so wird in jeder kommunalen Gruppe eine heterogene Verschuldungssituation deutlich. Während bei den kreisfreien Städten die Spanne zwischen 0 und 1.401 Euro je Einwohner liegt, beträgt diese bei den Landkreisen 0 bis 365 Euro je Einwohner und bei den kreisangehörigen Gemeinden 0 bis 4.702 Euro je Einwohner. Eine kreisfreie Stadt, 100 kreisangehörige Gemeinden sowie 3 Landkreise weisen keine Kassenkreditverschuldung aus.