Telekom, Vodafone und Telefónica vereinbaren Kooperation für „graue Mobilfunkflecken“
In sog. grauen Flecken, das sind Regionen, in denen nur einer der drei großen Mobilfunknetzbetreiber Mobilfunk anbietet, wollen Telekom, Vodafone und Telefónica künftig Teile ihres Frequenzbandes aneinander abtreten. Auf diesem Wege soll für die Kunden aller drei Unternehmen Mobilfunkempfang in den entsprechenden Gebieten sichergestellt werden. Entsprechende Vereinbarungen wurden Ende Januar d. J. bekannt gemacht.
Vorausgegangen war bereits in 2020 ein inhaltlich identischer Kooperationsversuch von Vodafone und Telekom, der jedoch auf Intervention von Telefónica vom Bundeskartellamt untersagt worden war. Dieses vertrat die Auffassung, dass durch eine exklusive Kooperation von Vodafone und Telekom die Unternehmen für Telefónica uneinholbare Marktvorteile erlangt hätten und hatte den Unternehmen eine Dreierkooperation nahegelegt.
Die Kooperation der marktbeherrschenden Mobilfunknetzbetreiber ist zu begrüßen. Die nun möglichen Mitnutzungen werden dazu beitragen, dass die Verbindungsstabilität in den betroffenen Gebieten in Sachsen-Anhalt stark gesteigert wird. Betroffen von der gemeinsamen Nutzung von Mobilfunkstandorten ist ganz überwiegend der ländliche Raum. Hier werden die Kooperationen auch die Anbietervielfalt erhöhen, was für die Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch die Unternehmen deutliche Vorteile bringt. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die Änderungen an den betroffenen Mobilfunk-Basisstationen nicht so durchgreifend, dass neue Standortabstimmungsverfahren gemäß der Mobilfunkvereinbarung und § 7a 26. BImSchV nötig wären.