Volksfeste als Teil gelebter traditioneller Kultur in den Kommunen
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände und der Deutsche Schaustellerverband haben in einer Vielzahl von Diskussionen gemeinsame Aspekte zur Bedeutung von Volksfesten in Kommunen erarbeitet und gebeten, diese in den Landesverbänden zu veröffentlichen.
Diese Aspekte sollen dazu beitragen, ein gegenseitiges Verständnis für die Bedürfnisse von Schaustellern einerseits und für die ausgleichende und Rechte wahrende Rolle der Kommunen andererseits zu erreichen, um die Akzeptanz und den Erfolg von Volksfesten zu verbessern.
Die Aspekte sind:
- Volksfeste sind schützenwertes Kulturgut
Volksfeste mit ihrer bis zu 1.200-jährigen Geschichte, ihren überlieferten Ritualen, Traditionsumzügen und lebendigen Bräuchen sind vielerorts ein fester Bestandteil des Stadt- und Gemeindelebens. Sie sind kulturell verankert und halten Traditionen lebendig. Sie haben eine besondere Bedeutung für die kulturelle Identität von Kommunen und unterscheiden sich damit von anderen Stadt- und Straßenfesten.
- Volksfeste sind Orte der Integration und Identifikation
Attraktive Volksfeste stiften Identität und stärken den sozialen Zusammenhalt. Hier kommen Familien und Freunde, Jung und Alt, Arm und Reich, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder ihrer politischen Verortung zusammen. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung ist dieser Aspekt von besonderer Bedeutung. Auf dem Volksfest trifft man sich, kommt von Angesicht zu Angesicht ins Gespräch – und das meist bei freiem Eintritt.
- Volksfeste sind Aushängeschilder und Visitenkarten der Kommunen
Die Bedeutung unserer ca. 9.700 Volksfeste und 3.000 Weihnachtsmärkte für attraktive Stadt- und Ortszentren liegt auf der Hand. Die Schausteller schaffen mit ihren Attraktionen, was vielen Innenstädten und Ortszentren verloren zu gehen droht: Eine Atmosphäre, die die Menschen anlockt, sie zusammenführt und zum Verweilen einlädt. Volksfeste und Weihnachtsmärkte sind positive regionale, nationale oder internationale Imageträger der ausrichtenden Städte, Gemeinden und Kreise und Impulsgeber für den Tourismus aus dem In- und Ausland. Die Mischung aus alt-bekannten und neuen Attraktionen mit örtlichen kulturellen oder sonstigen Besonderheiten macht ihre Einzigartigkeit und Anziehungskraft aus.
- Volksfeste leben von der Kreativität des Schaustellergewerbes
Volksfeste sind auch wirtschaftliche Veranstaltungen und sind auf den Besuch und den Konsum der Gäste angewiesen. Die vom Schaustellergewerbe verantworteten Betriebe, künstlerischen und gastronomischen Attraktionen sind die wesentlichen Gründe für den Besuch von Volksfesten und Jahrmärkten. Deren hochwertige Präsentation, Sicherheit und Weiterentwicklung garantiert das anhaltende Interesse der Besucherinnen und Besucher.
- Volksfeste werden von Schaustellern und Kommunen gemeinsam getragen
Die Schausteller sind seit Jahrhunderten die Träger der deutschen Volksfestkultur. Die Städte, Landkreise und Gemeinden geben ihnen den Rahmen und sorgen gemeinsam mit ihnen für die erfolgreiche Organisation und Durchführung. Die Zusammenarbeit von Kommunen und Schaustellern nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Anbieter und der Bürgerinnen und Bürger. Dies gilt insbesondere auch für Fragen des Lärmschutzes, der Nachhaltigkeit und der Verkehrs- und Besucherlenkung. Eine enge Kooperation bei der Vorbereitung und Durchführung sowie der Vermarktung von Volksfesten trägt dazu bei, die Volksfesttradition erfolgreich fortzuschreiben.