Waldbrandgefahr - Was Kommunen tun können

Waldbrandgefahr

Derzeit herrscht hohe Waldbrandgefahr. Vegetationsbrände sind eine Gefahr nicht nur für Wälder, sondern auch für die Ernte, Gebäude und die Natur. Was können Kommunen tun - und was sollten sie lassen? In einem Artikel der Zeitschrift KOMMUNAL finden sich Tipps vom Feuerwehr-Experten Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender des Arbeitskreises Waldbrand beim Deutschen Feuerwehrverband Düsseldorf, Dozent und Autor von Fachbüchern.

Die Waldbrandgefahr steigt

Vegetationsbrände stellen insbesondere in trockenen und heißen Jahren, wie in diesem und auch in den letzten beiden Jahren, häufiger Probleme dar. Die Feuer vernichten auch in Deutschland Ernte, bedrohen mit ihren Folgen wie der Bodenerosion aber auch die Kulturlandschaften - und können auf bewohnte Bereiche oder natürlich Vegetation übergreifen. Dazu zählen Moor, Heidegebiete oder Wälder.

Als Ursachen kann man meistens den Menschen mit seinen Maschinen, Fahrzeugen - auch heißer Katalysator am PKW oder heißer Abgasstrang am LKW - ausmachen oder mit seinem Verhalten: mit Rauchen, Grillen in trockener Umgebung, oder gar Brandstiftung. Natürliche Ursachen wie Blitzschlag oder Selbstentzündung, zum Beispiel bei gepresst gelagertem, feuchtem organischem Material, sind grundsätzlich möglich, aber im Freien sehr selten.

Wie sind Brände zu vermeiden?

Jeder vermiedene Brand schont die Ressourcen, sowohl ökonomisch, ökologisch, wie auch auf Seiten der Brandbekämpfung, also der Feuerwehren. Liegen gebliebener Müll kann in Einzelfällen - gefüllte klare Glas- oder Plastikflaschen und starke Sonneneinstrahlung - aufgrund des Brennglaseffektes ebenfalls zu Bränden führen.

Die Entzündung mit Glasscherben ist entgegen vieler Medienberichte jedoch eine „Rural Legend“. Der Wissenschaft gelang es bisher nicht, einen Zusammenhang mit liegenden Scherben, Sonneneinstrahlung in beliebiger Konstellation und einem dadurch verursachten Feuer herzustellen. Trotzdem muss natürlich liegen gebliebener Müll umgehend beseitigt werden. Ausreichend viele und große Abfallbehälter sind insbesondere in den stark frequentierten Ausflugsgebieten aufzustellen und regelmäßig zu leeren. [mehr]

29.09.2020