Wiederverwendung von behandeltem Abwasser in der Landwirtschaft
Die Wasserknappheit ist nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Europa insgesamt ein wachsendes Problem. Gründe dafür sind unter anderem das Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung und der Tourismus. Diese Umstände tragen zu Wasserknappheit und Dürren bei, von denen viele Gebiete Europas, insbesondere der Mittelmeerraum, zunehmend betroffen sind. Die Wasserressourcen geraten immer mehr unter Druck und es wird erwartet, dass sich die Situation durch den Klimawandel weiter verschlimmert. Schätzungen zufolge könnte bis 2030 die Hälfte der europäischen Flussgebiete unter Wasserknappheit leiden.
Um Europas Süßwasserversorgung in den kommenden Jahren sichern zu können, hat das Europäische Parlament (EP) eine informelle Einigung mit dem Rat über einen Vorschlag für die Wiederverwendung von Abwasser erzielt. Die Einigung muss nur noch vom EP-Plenum und dem Rat gebilligt werden. Die EU sieht demnach die (Wieder-)Verwendung von behandeltem Abwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung als eine Lösung von mehreren zur Sicherung der Süßwasserquellen an. Da der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft etwa die Hälfte des jährlichen Wasserverbrauchs in der EU ausmacht, erscheint dieser Lösungsansatz plausibel. Berechnungen zur Folge könnte eine erhöhte Wiederverwendung von Wasser in der Landwirtschaft dazu beitragen, die Wasserknappheit um jährlich fünf Prozent zu reduzieren. Konkret sollen bei der Umsetzung der o.g. Pläne neue Mindestanforderungen an die Wasserqualität festgelegt werden. Diese bedingen eine regelmäßige Überwachung der Wassernutzung und verpflichten die (kommunalen) Abwasserbehandlungsanlagen zur Erstellung von Risikomanagementplänen.
Grundbedingung für die Umsetzung soll allerdings sein, dass die einheitlichen EU-weiten Vorschriften die Wettbewerbsbedingungen für Betreiber von Wasseraufbereitungsanlagen fördern. Auch sollen sich die Bedingungen für die Landwirte verbessern. Es sollen zumindest keine Hindernisse für den freien Verkehr mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen entstehen.
Weitere Informationen: www.europarl.europa.eu