Bundesweites Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) vorgestellt
Das Bundesumweltministerium hat am 15.07.2026 das bundesweite Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) vorgestellt. Hiermit soll erstmals ein bundesweiter, methodisch einheitlicher Überblick über die aktuelle Niedrigwassersituation zur Verfügung gestellt werden.
Das NIWIS wurde im Rahmen der Nationalen Wasserstrategie in Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) entwickelt. Neben den Informationen zu der Niedrigwassersituation umfasst das Angebot auch umfassende Hintergrundanalysen. Die BfG informiert auf ihrer Internetseite, dass aktuelle Messdaten von Oberflächengewässer und Grundwasser sowie der (Hydro-)Meteorologie eine transparente Darstellung der hydrologischen Lage ermöglichen und die Einordnung aktueller Entwicklungen unterstützen. Durch die Kombination von räumlichen Analysen und zeitlichen Auswertungen können Niedrigwasserereignisse überregional bewertet werden. Interaktive Karten, Messdaten und statistische Kennwerte würden dabei helfen, die aktuelle Situation schnell zu erfassen und mit historischen Ereignissen zu vergleichen. Flankiert wird die Darstellung von Hintergrundinformationen zum Thema Niedrigwasser.
Notwendig wird ein solches Portal angesichts der aufgrund des Klimawandels zunehmend auftretenden Niedrigwassersituationen. Informationen zu den Wasserständen lagen den zuständigen Behörden bereits in der Vergangenheit vor, jedoch waren diese regional fragmentiert und methodisch uneinheitlich. Diese Lücke soll die Informationsplattform NIWIS nun füllen, indem sie die Daten tagesaktuell aus Bund und Ländern zusammenführt und die Niedrigwasserlage für Flüsse und das Grundwasser bundesweiteinheitlich und vergleichbar bereitstellt.
Hierfür werden auf NIWIS bundesweit Wasserstände, Abflüsse, Grundwasserstände, Bodenfeuchte und Niederschläge integriert. Weitere Parameter sollen in späteren Phasen der Weiterentwicklung des Tools folgen. Die Basis bilden Messdaten der Bundesländer sowie der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ab 1991, die eine flächendeckende, vergleichbare Einordnung der aktuellen Lage ermöglichen. In den kommenden Jahren sollen weitere Messstationen eingebunden und zusätzliche Parameter – etwa ausgewählte Seen- und Speicherstände – integriert werden; lt. Information der BfG insgesamt
- Tageswerte von ca. 350 Oberflächengewässern,
- Tageswerte von ca. 200 Grundwässern und
- hydrometeorologische Daten des DWD.
Einzelne Funktionen und Nutzen von NIWIS:
- Zentrale Datenplattform: Konsolidiert aktuelle Daten von Wasserständen und Abflüssen, Grundwasserständen und Quellschüttungen, Bodenfeuchte und Niederschlagswerten sowie vielen abgeleiteten Kenngrößen.
- Einheitliche Klassifizierung und Einordnung: Bietet eine Bewertung des Niedrigwasserzustands (normal, niedrig, sehr niedrig, extrem niedrig) für alle Messstellen und ordnet diese in den hydrologischen Kontext ein.
- Interaktive Darstellung: Visualisierung per Karte mit Auswahl einzelner Stationen oder Regionen, Diagramme und Vergleiche mit unterschiedlichen Kenngrößen.
- Hintergrund und Grundlagen: Erläuterungen für einen leichten Einstieg und vertiefte Informationen.
- Offene API: Stellt die Daten über eine offene Programmierschnittstelle bereit, sodass Behörden, Unternehmen und Wissenschaft eigene Analysen entwickeln können.
Neben einer Darstellung der aktuellen bundesweiten Niedrigwasserlage ermöglicht NIWIS lt. BfG eine Einordnung der Situation durch Bezugnahme auf Messwerte der aktuell gültigen Klimareferenzperiode der World Meteorological Organisation (zurzeit 1991 – 2020). Es wird eine Vergleichbarkeit auf Bundesebene hergestellt. Der interaktive Ansatz lässt eine Veränderung der Bezugszeiträume, einen Messstellenvergleich und die Darstellung berechneter Größen zu. Darüber hinaus führen Berichte und Fachinformationen weiter an das Thema Niedrigwasser heran.
Anmerkung:
Eine belastbare und einheitliche Datengrundlage ist für frühzeitige Entscheidungen für den Umgang von Niedrigwasser entscheidend. Hierfür kann NIWIS einen Beitrag leisten und die bisher verfügbaren Daten ergänzen. Ergänzend hierzu gilt es nun, die Leitlinien zum Umgang mit Nutzungskonkurrenzen bei Wasserknappheit zügig fertigzustellen und die weiteren Maßnahmen der Nationalen Wasserstrategie umzusetzen, um akute Niedrigwassersituationen und Wassermangel möglichst bereits präventiv zu verhindern.
Weitere Informationen:
Die Informationsplattform NIWIS finden Sie unter folgendem Link: https://niwis-online.de/.
Weitere Informationen zu NIWIS sind auf den Internetseiten der BfG abrufbar: https://www.bafg.de/DE/5_Informiert/1_Portale_Dienste/NIWIS/niwis_node.html









